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Elon Musks Kettensäge führte zu mehr Gewalt in Afrika
Die Bürokratie-Abbaubehörde DOGE ist Geschichte. Doch Forschende aus Lausanne finden Hinweise darauf, dass die Kürzungen von US-Hilfen Gewalt verstärken – besonders dort, wo Staaten schwach sind.
Publiziert heute um 15:31 Uhr
Elon Musk schwingt im Februar 2025 eine Kettensäge. Sie wurde zum Symbol seiner Sparbehörde DOGE und der radikalen Kürzungen bei US-Behörden und Entwicklungshilfeprogrammen.
Foto: Will Oliver (Getty)
In Kürze: Eine Studie der Uni Lausanne zeigt Folgen der USAID-Kürzungen in Afrika.In betroffenen Regionen stiegen Konflikte um 10,6 Prozent, Todesfälle um 9,3 Prozent.Besonders abhängige Regionen mit mehr als 251 Dollar Hilfe pro 1000 Personen litten.Länder mit stabilen politischen Systemen konnten die Folgen besser abfedern.
Mit einer Kettensäge in der Hand versprach Elon Musk Anfang 2025, die amerikanische Bürokratie zu zerschlagen. Kurz darauf begann seine Sparbehörde DOGE mit dem Abbau von Behörden und Programmen, darunter auch der Entwicklungshilfeagentur USAID.
Im letzten Herbst hat US-Präsident Donald Trump DOGE still und leise abgewickelt. Nun deutet eine Studie der Universität Lausanne darauf hin, dass die Folgen der Kürzungen bis heute in Afrikas Konfliktregionen spürbar sind.
Mehr Konflikte nach Rückzug von USAID
«Regionen, die zuvor mehr US-Hilfe pro Kopf erhalten hatten, erlebten nach dem Rückzug von USAID vergleichsweise mehr Konflikte», sagt Studienleiter Dominic Rohner, Professor an der Universität Lausanne. Die Studie wurde am Donnerstag im Fachmagazin «Science» veröffentlicht.
Der Lausanner Wirtschaftsprofessor Dominic Rohner untersuchte mit internationalen Forschenden, wie sich der abrupte Stopp amerikanischer Entwicklungshilfe auf Konflikte in Afrika auswirkte.
Foto: PD
In den Regionen, die besonders stark von amerikanischer Entwicklungshilfe abhängig waren, stieg die Wahrscheinlichkeit von Protesten und Unruhen laut der Studie um rund 10 Prozent. Die Zahl der Konflikte nahm um 10,6 Prozent zu, jene der Kampfhandlungen um 6,9 Prozent.
Besonders alarmierend erscheint den Forschenden der Anstieg der kampfbedingten Todesfälle um 9,3 Prozent. Betroffen waren primär Regionen, die vor den Kürzungen mehr als 251 Dollar US-Hilfe pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner erhalten hatten.
Mehr Tote in Afrika
Eine weitere grossangelegte Studie im Fachmagazin «Lancet Global Health» warnte bereits Anfang Jahr vor den humanitären Folgen der USAID-Kürzungen. Die Forschenden schrieben der amerikanischen Entwicklungshilfe in den vergangenen Jahrzehnten Millionen gerettete Menschenleben zu.
Die Studie der Uni Lausanne sieht die Verantwortung allerdings nicht nur bei den amerikanischen Kürzungen. Entscheidend sei auch gewesen, wie stabil die betroffenen Staaten politisch organisiert waren.
«Wir haben festgestellt, dass die Effekte des Hilfsstopps in Ländern mit stärkeren und offeneren politischen Systemen deutlich abgeschwächt wurden», sagt Rohner. Das zeige, wie verletzlich Regionen mit schwacher Regierungsführung auf wirtschaftliche und humanitäre Schocks reagierten.
Rohner und seine Mitautoren verweisen dabei konkret auf Uganda, wo besonders stark von US-Hilfe abhängige Gebiete nach den Kürzungen deutlich mehr Gewalt verzeichneten.
Die Studie legt damit nahe, dass nicht nur der Wegfall amerikanischer Entwicklungshilfe über Stabilität entschied. Ebenso wichtig war offenbar, ob Staaten stark genug waren, den Schock ohne Gewalt aufzufangen.
Elon Musk und der Bürokratie-Kahlschlag
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