In der Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ist am Freitag, den 15. Mai 2026, ein neuer Ausbruch des Ebola-Virus offiziell bestätigt worden. Laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC wurden bisher 65 Todesfälle und 246 Verdachtsfälle in der abgelegenen Grenzregion gemeldet.
Bislang konnten 13 Infektionen durch ein Labor in der Hauptstadt Kinshasa verifiziert werden, darunter vier der gemeldeten Todesopfer. Die betroffenen Gebiete umfassen die Gesundheitszonen Mongwalu und Rwampara sowie die Provinzhauptstadt Bunia, die in einer Region mit intensivem Bergbau und hohem Personenverkehr liegt.
Der Tropenmediziner Maximilian Gertler von der Berliner Charité äußerte sich gegenüber der tagesschau besorgt über die hohe Anzahl der Verdachtsfälle zu Beginn der Meldungen.

„Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal“, sagte Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Charité, der bereits selbst mehrfach bei Ebola-Ausbrüchen im Einsatz war.
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Gertler vermutet laut tagesschau.de, dass die Epidemie bereits seit Monaten unentdeckt in einer sehr abgelegenen Gegend vorangeschritten sein könnte. Er wies auf die geografischen Schwierigkeiten hin, die eine schnelle Entdeckung oft verhindern.
„Vermutlich kommt es aus einer sehr abgelegenen Gegend“, erklärte Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Charité.

Vorläufige Laboranalysen deuten darauf hin, dass es sich nicht um den bekannten Zaire-Ebolavirus-Stamm handelt, gegen den bereits Impfstoffe existieren. Die Africa CDC erwartet innerhalb der nächsten 24 Stunden detaillierte Ergebnisse der Gen-Sequenzierung zur genauen Charakterisierung des Erregers.
Daniela Manno von der London School of Hygiene & Tropical Medicine betonte gegenüber Euronews die Fortschritte in der medizinischen Reaktion auf solche Ausbrüche.
„Ebola ist zwar weiterhin eine sehr schwere Krankheit, doch Vorbeugung, Reaktion und Behandlung haben sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert“, sagt Daniela Manno, klinische Assistenzprofessorin an der London School of Hygiene & Tropical Medicine.

Manno erläuterte zudem die Bedeutung der sogenannten Ringimpfung, bei der Kontaktpersonen um bestätigte Fälle herum geschützt werden, um die Infektionsketten zu unterbrechen.
„Inzwischen stehen für einige der Ebola-Viren Impfstoffe zur Verfügung. Sie können Beschäftigte im Gesundheitswesen schützen und die Weitergabe des Virus eindämmen, wenn sie rasch rund um bestätigte Fälle und deren Kontaktpersonen eingesetzt werden – eine Strategie, die als Ringimpfung bekannt ist“, sagt Daniela Manno, klinische Assistenzprofessorin an der London School of Hygiene & Tropical Medicine.
Trotz der medizinischen Fortschritte bleibt die Eindämmung in der Region schwierig. Anne Cori vom Imperial College London hob die Relevanz klassischer Maßnahmen hervor.

„Nicht-pharmazeutische Maßnahmen sind die Eckpfeiler der Reaktion auf Ebola-Ausbrüche“, sagt Anne Cori von der School of Public Health am Imperial College London.
Cori betonte, dass neben der Isolierung von Patienten vor allem der Umgang mit Verstorbenen entscheidend ist, da das Virus auch nach dem Tod hochgradig ansteckend bleibt.
„Dazu gehören die aktive Suche nach Erkrankten und ihre Isolierung, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen und sichere Bestattungen“, erklärt Anne Cori von der School of Public Health am Imperial College London.

Abschließend wies die Expertin auf die hohe Sterblichkeitsrate und die Gefahr während der Bestattungsriten hin.
„Ebola verläuft sehr häufig tödlich – etwa die Hälfte der Infizierten stirbt – und ist insbesondere rund um den Todeszeitpunkt stark ansteckend“, erklärt Anne Cori von der School of Public Health am Imperial College London.
Aufgrund der Nähe zu Uganda und dem Südsudan hat die Africa CDC eine Dringlichkeitssitzung einberufen. Ziel der Koordination mit den Nachbarländern und internationalen Organisationen ist die Verstärkung der Grenzkontrollen und die Mobilisierung von Ressourcen in der schwer zugänglichen Provinz Ituri.
