Mukuni/Hahndorf. Seit dem letzten Artikel sind bereits wieder zwei Monate vergangen – die Zeit verfliegt hier wirklich. Zunächst hoffe ich, dass Sie alle gut ins neue Jahr gestartet sind und es so verläuft, wie Sie es sich wünschen.
Ich kann mit Sicherheit sagen, dass mein Start ins neue Jahr dieses Mal ganz anders war als sonst und auch etwas anders als geplant.
Aber von vorn: Seit dem letzten Bericht hat sich in meinem Fußballprojekt nicht allzu viel verändert. Meine Mannschaft trainiert weiterhin sehr fleißig und wir mussten bisher noch keine Niederlage hinnehmen. Darunter war sogar ein Derbysieg gegen das Nachbardorf. Aktuell stehen wir auf dem zweiten Tabellenplatz und sind hoch motiviert, noch auf den ersten Platz zu klettern. Besonders schön ist es zu sehen, wie viel Spaß den Kindern das Training und die Spiele machen.

Amalia Saupe (r.) trainiert eine Fußballmannschaft in Sambia.
Foto: Privat
Selbst wenn ich einmal nicht vor Ort bin, höre ich, dass sie unbedingt trainieren möchten, um die nächsten Spiele „für mich“ zu gewinnen – ein Kompliment, das man als Trainerin sehr gerne hört.
Sommerferien im Dezember Der Dezember ist hier vergleichbar mit unserem Juni oder Juli, denn es standen die Sommerferien an. Vom 5. Dezember bis zum 12. Januar waren die Schulen geschlossen, danach beginnt bereits ein neues Schuljahr. Anders als in Deutschland ist 
Vor dem Turnier gibt es Nimsha zur Stärkung.
Foto: Privat
das Schuljahr hier nicht in zwei Halbjahre, sondern in Trimester unterteilt. Da der schulische Alltag in dieser Zeit wegfiel, blieb viel Raum für andere Aktivitäten.
So ging es für uns nach Lusaka, für ein Zwischenseminar zum Thema Teambuilding. Über vier Tage hinweg standen viele Spiele, ein Erste-Hilfe-Kurs sowie intensive Reflexionsrunden auf dem Programm. Anschließend nutzten die Freiwilligen aus Lusaka ihre freie Zeit, um uns in Livingstone beziehungsweise Mukuni zu besuchen. Es war eine sehr schöne Erfahrung, ihnen einmal das „andere“ Leben in Sambia zu zeigen.
Zusätzlich organisierten wir ein Fußballturnier in Mukuni für die Kinder, damit die Ferien nicht allzu langweilig wurden. Es war ein Tag voller Spannung, Spaß, ein paar Tränen – aber vor allem mit sehr vielen strahlenden Gesichtern.

Amalia Saupe (l.) mit dem Kapitän der Siegermannschaft des Turniers.
Foto: Privat
Besonders gefreut haben wir uns über hohen Besuch: Jani Simulambo, der Vater unserer Ansprechperson in Mukuni und ehemaliger sambischer Nationalspieler, verfolgte das Turnier mit großer Begeisterung.
Reise nach Tansania
Mitte Dezember hieß es dann auch für uns Freiwillige: Urlaub. Unsere Reise führte uns nach Tansania, genauer gesagt nach Sansibar. Die Anreise dorthin erfolgte mit Bus und Zug und stellte sich im Nachhinein als eines der größten Abenteuer unserer gesamten Zeit heraus. Zunächst verlief alles überraschend reibungslos.

Mit dem Zug geht es bis nach Tansania.
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Der Zug brachte uns bis zur sambisch-tansanischen Grenze – eine Fahrt von etwa 23 Stunden. Kurz vor dem Ziel entgleiste jedoch der letzte Waggon. Zum Glück wurde niemand verletzt, auch wenn dies hier wohl kein völlig untypisches Ereignis ist. Nach einiger Wartezeit erreichten wir die Grenze, wo wir – wie schon bei der Einreise nach Sambia – mehrere Stunden auf unser Visum warten mussten, diesmal auch aufgrund eines Stromausfalls. Anschließend ging es mit einem Kleinbus weiter zum Busbahnhof. Der Bus war eigentlich für etwa 20 Personen ausgelegt, wir waren jedoch 30 – kein Problem hier.
Nach einer Nacht am Busbahnhof fuhren wir schließlich los, kamen jedoch nach etwa einer Stunde wegen eines platten Reifens erneut zum Stehen. Nach einem Buswechsel dauerte es diesmal sechs Stunden, bis wir wieder anhielten – dieses Mal für rund fünf Stunden, da der Turbolader kaputt war. Dieser wurde notdürftig repariert und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Von Dar es Salaam aus nahmen wir schließlich die Fähre nach Sansibar.
Ein Land mit besonderem Rhythmus
Nach insgesamt vier Tagen Reise hatten wir nun unser Ziel erreicht.
Wir verbrachten drei Wochen auf Sansibar. Die ersten fünf Tage lebten wir in Zanzibar City und bekamen dort bereits einen ersten Eindruck vom Lebensstil. Häufig hörten wir die Worte „Pole Pole“ (langsam, langsam) und „Hakuna Matata“ (kein Problem). Das Leben folgt hier einem sehr entspannten Rhythmus – man lebt in den Tag hinein und schaut, was kommt.

Auf Erkundungstour im Wald trifft die Gruppe einen Affen.
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Schon dort beeindruckte uns das türkisfarbene Wasser, doch dieser Eindruck wurde noch übertroffen, als wir in unsere zweite Unterkunft nach Jambiani an der Ostküste der Insel zogen.

Baden in türkisfarbenem Wasser: Den Jahreswechsel verbrachte Amalia Saupe in Tansania.
Foto: Privat
Weiße Strände und türkisfarbenes Wasser, so weit das Auge reicht – allerdings nur zu bestimmten Tageszeiten, da Ebbe und Flut hier deutlich spürbar sind. Manchmal bleibt dann vor allem sehr viel Strand und kaum Wasser. Von Schnorcheln über Regenwaldbesuche war alles dabei.

Eine Palme sorgt für Weihnachtsstimmung.
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Zwei Wochen voller neuer Eindrücke und Erfahrungen: das erste Mal Rollerfahren, Weihnachten am Strand (ohne Weihnachtsbaum – dafür mit Weihnachtspalme). Das erste Mal Delfine sehen und Silvester ebenfalls am Strand. Wochen, auf die wir sehr gerne zurückblicken und die wir als Gruppe sehr genossen haben. Für mich bedeutete der Aufenthalt auf Sansibar auch eine neue Erfahrung: Zum ersten Mal probierte ich mich im Kitesurfen. Leider verlief dieser Versuch nicht wie erhofft. Ein gebrochener Knöchel
Den Beginn des Jahres 2026 verbrachte ich in der Notaufnahme, da ich mir dabei den Knöchel gebrochen hatte. Auf eine genauere Schilderung des Unfalls verzichte ich an dieser Stelle. Fest steht jedoch, dass ich zunächst nicht wie geplant in mein Projekt zurückkehren konnte. Voraussichtlich werde ich Ende Januar wieder nach Mukuni zurückziehen. Inzwischen bin ich wieder in Sambia und verbringe den Januar bei den Freiwilligen in Lusaka. Hier werde ich medizinisch versorgt, zudem ist die Wohnsituation mit fließendem Wasser und einer Toilette mit einem gebrochenen Knöchel deutlich angenehmer.

Während der Regenzeit stehen die Straßen in Sambia unter Wasser.
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Auch die Rückkehr nach Sambia fühlte sich diesmal anders an als zu Beginn meines Aufenthalts. Wettertechnisch erinnerte vieles zunächst eher an Deutschland: Regen und etwa 20 Grad – ein klares Zeichen dafür, dass hier mittlerweile die Regenzeit eingesetzt hat. Wenn es regnet, dann meist sehr intensiv und innerhalb kurzer Zeit, fast mit einer gewissen Weltuntergangsstimmung. Zum Glück bedeutet die Regenzeit jedoch nicht, dass es über Wochen hinweg ununterbrochen regnet. Häufig fällt der Regen nur nachts oder für ein paar Stunden am Tag, auch wenn es vereinzelt Tage gibt, an denen er länger anhält. Diese Regenfälle haben die Landschaft deutlich verändert – alles ist inzwischen sattgrün geworden. 
Spaß mit dem Nachbarskind: Amalia Saupe ist seit vier Monaten in Sambia.
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Wenn ich auf die vergangenen zwei Monate zurückblicke, ist unglaublich viel passiert. Es gab viele schöne Momente, neue Erfahrungen, sportliche Erfolge, aber auch Situationen, die anders liefen als geplant. Gerade diese Mischung macht meine Zeit hier so besonders und zeigt mir immer wieder, wie viel man aus unerwarteten Situationen lernen kann.
Auch wenn mich meine Verletzung aktuell noch etwas ausbremst, blicke ich positiv nach vorn. Ich freue mich sehr darauf, bald wieder nach Mukuni zurückzukehren, meine Mannschaft wieder auf dem Platz zu sehen und den Alltag im Projekt wieder aufzunehmen. Die Motivation der Kinder und die Freude, mit der sie dabei sind, erinnern mich immer wieder daran, warum ich hier bin.
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