Im Sudan sind durch die RSF-Miliz gezielt Menschen mit Behinderung angegriffen, misshandelt und getötet worden. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hervor. Laut
Augenzeugen und Überlebenden haben RSF-Kämpfer Menschen mit
Behinderungen beschuldigt, verletzte Kämpfer zu sein und sie hingerichtet. Andere seien wegen ihrer
Behinderung angegriffen, misshandelt oder schikaniert worden, die
Kämpfer hätten sie als „verrückt“ oder als „unvollständige Menschen“ beleidigt.
Die Gewalttaten wurden den
Recherchen zufolge vor allem während und nach der Einnahme von
Al-Faschir, der Hauptstadt des Bundesstaats Nord-Darfur, verübt. Auch aus anderen Bundesstaaten gibt es Berichte von Gräueltaten. So seien etwa Menschen auf der Flucht angegriffen und ausgeplündert worden.
Machtkampf zwischen Armee und RSF-Miliz
Bei diesen Raubzügen hätten viele Menschen Hilfsmittel wie Schubkarren verloren, mit denen sie Angehörige mit Behinderungen in Sicherheit bringen wollten. „Was mir am stärksten geblieben ist, ist das Bild von Verwundeten, darunter auch Menschen mit Behinderungen, deren Familien versuchten, sie über diese Straße in Sicherheit zu bringen“, zitierte die Menschenrechtsorganisation eine Augenzeugin.
Im Sudan war im April 2023 ein Machtkampf zwischen der Armee und den Rapid Support Forces (RSF) eskaliert. Al-Faschir fiel im Oktober nach eineinhalb Jahren Belagerung an die RSF-Miliz. Anschließend drangen wiederholt Berichte über Gewalt und Massaker nach außen, bei denen Tausende Menschen getötet worden seien.