Derzeit findet in Bengasi ein gemeinsamer Einsatzbesuch einer italienischen Delegation statt, bestehend aus Vertretern von Assorestauro, des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), der italienischen Botschaft in Libyen und des Generalkonsulats in Bengasi. Ziel ist es, neue Restaurierungsprojekte in der Altstadt zu identifizieren und Unternehmen einzubinden, die auf die Restaurierung des baulichen Erbes spezialisiert sind.

Wie aus gelernt „Neue Agentur“, Die Delegation konzentrierte sich insbesondere auf die historische Altstadt, zu der auch das sogenannte „Italienische Viertel“ gehört, das in den 1920er und 1930er Jahren während der italienischen Präsenz in der Kyrenaika entstand. Dieses Stadtgebiet ist geprägt von Verwaltungs-, Geschäfts- und Wohngebäuden, die von italienischen Architekten entworfen und im Laufe der Zeit in das bestehende arabisch-osmanische Stadtbild integriert wurden. Zu den wichtigsten Stationen zählte der Al-Manar-Palast, ein historisches Gebäude, das als Sitz des Gouverneurs der Kyrenaika diente und ein symbolträchtiger Ort der libyschen Geschichte ist, an dem 1951 die Unabhängigkeit ausgerufen wurde. Das kürzlich restaurierte Gebäude ist auch für die bilateralen Beziehungen zu Italien von politischer Bedeutung, da hier 2008 der Freundschaftsvertrag zwischen Rom und Tripolis unterzeichnet wurde. Die Delegation besuchte außerdem den davorliegenden Platz, den Silphium-Platz, der vor Kurzem neu gestaltet wurde.
Die Lage vor Ort verdeutlicht jedoch einen deutlichen Bruch zwischen den zurückgewonnenen Gebieten und dem umliegenden Kontext: Große Teile der Altstadt sind nach wie vor zerstört oder zu Schutthaufen reduziert, die durch die Kämpfe und die anschließenden Räumungsarbeiten entstanden sind. Das Gebiet, das vor 2011 weitgehend seinen Stadtplan aus dem 20. Jahrhundert und zahlreiche historische Gebäude bewahrt hatte, steht nun im Mittelpunkt eines umfassenden Wiederaufbauprogramms. In diesem Zusammenhang zielt der Besuch der Delegation darauf ab, die wiederherstellbaren Gebäude zu erfassen und die Beteiligung italienischer Restaurierungsunternehmen an neuen Projekten zu fördern. Wie geplant, werden die Inspektionen in weiteren strategischen Bereichen fortgesetzt, darunter der Rabya-Markt, eines der wichtigsten traditionellen Handelszentren der Stadt.
Bengasis historisches Zentrum und die umliegenden Viertel beherbergen einen bedeutenden Teil des architektonischen Erbes der Stadt. Gebäude aus osmanischer und italienischer Zeit haben die städtebauliche Identität Bengasis über Jahrzehnte geprägt. Vor den Bürgerkriegen war der während der italienischen Herrschaft entstandene Stadtplan noch weitgehend erkennbar: eine zentrale Achse für Verwaltung und Handel sowie eine Raumaufteilung, die die bestehenden Stadtzentren zumindest teilweise integrierte. Die gemeinsame Initiative Italiens und des UNDP ist Teil eines in den letzten Jahren initiierten Kooperationsprozesses. Ziel ist der Wiederaufbau, der die Wiederherstellung der architektonischen Identität mit modernen Techniken verbindet und gleichzeitig Nachhaltigkeit sowie die Reaktivierung der wirtschaftlichen und sozialen Funktionen des Stadtzentrums in den Mittelpunkt stellt. Die Initiative zielt darauf ab, die Altstadt wieder zu einem pulsierenden Zentrum des wirtschaftlichen und institutionellen Lebens Bengasis zu machen.
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