Bei einem Erdrutsch in einer Coltanmine im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind offenbar mehr als 200 Menschen gestorben. Der Erdrutsch sei bereits am Mittwoch von schweren Regenfällen ausgelöst worden, sagte Lumumba Kambere Muyisa, der Sprecher des von der Rebellengruppe M23 ernannten Gouverneurs in der Provinz Nord-Kivu. Einige Tote seien weiterhin verschüttet. 

Der von der M23 eingesetzte Gouverneur habe den Kleinbergbau an dem Standort vorübergehend gestoppt und die Umsiedlung von Anwohnern angeordnet, die in der Nähe der Mine Unterkünfte gebaut hätten, sagte Muyisa.

Laut Augenzeugen folgte dem ersten Erdrutsch am Mittwoch ein zweiter am
Donnerstagmorgen. „Es hat geregnet, dann kam der Erdrutsch, der die
Menschen weggespült hat. Einige wurden verschüttet, andere sind noch
immer in den Schächten“, sagte ein Bergarbeiter. Am Freitag waren an der Mine zahlreiche Männer und Frauen zu sehen, die ihre Arbeit mit einfachen Schaufeln fortsetzten.

Immer wieder Unfälle in Minen

In der Rubaya-Mine in Nord-Kivu werden 15 bis 30 Prozent des weltweiten Coltanangebots gefördert. Das Erz wird für die Herstellung von Elektronikprodukten wie Laptops und Handys benötigt.

In der Demokratischen Republik Kongo werden große Mengen an Rohstoffen wie Coltan, Kobalt oder Gold abgebaut. Die Minen sind in der Regel kaum gesichert. Immer wieder kommt es dabei zu Unfällen mit mehreren Hundert Toten.

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