Die malische Militärregierung hat nach einem angeblichen Putschversuch mehrere Menschen festgenommen. Die Gruppe soll versucht haben, das Land zu destabilisieren, sagte Sicherheitsminister Daoud Aly Mohammedine am Donnerstagabend im Staatsfernsehen. Zu der Gruppe sollen neben Zivilisten auch zwei malische Militärs sowie ein französischer Staatsbürger gehören. Der Franzose habe nach Angaben des Sicherheitsministers „im Auftrag des französischen Geheimdienstes“ gehandelt. Die französische Regierung äußerte sich bisher nicht zu der Festnahme.

Zu den inhaftierten Militärs gehören Brigadegeneralin Néma Sagara und Brigadegeneral Abass Dembélé, der ehemalige Gouverneur der Region Mopti. Er war im Mai überraschend entlassen worden. Dembélé hatte zuvor eine Untersuchung der Vorwürfe gefordert, die malische Armee habe in dem Dorf Diafarabé Zivilisten getötet.

Putschversuch soll vor zwei Wochen begonnen haben

Der angebliche Putschversuch begann laut Mohammedine bereits am 1. August. Mali wird seit den Militärputschen 2020 und 2021 von einer Junta regiert. Im Juni wurde Juntachef Assimi Goïta für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt – obwohl die Junta zuvor zugesagt hatte, die Macht bis März 2024 an eine zivile Regierung zu übergeben. Ein Termin für die Präsidentschaftswahl steht weiterhin aus.

Im Mai verfügte die Militärregierung die Auflösung aller politischen Parteien und Organisationen. Zuvor war der Ministerrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen, in der dem faktischen Parteienverbot zugestimmt wurde. Damit setzte die Regierung die Empfehlung einer nationalen Konferenz von Ende April um. Diese hatte auch empfohlen, Goïta zum Präsidenten mit einer Amtszeit von fünf Jahren zu machen.

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Nach den Putschen hatte die Junta französische Truppen ausgewiesen und sich stattdessen Russland angenähert, das in der gesamten Sahelzone Söldner stationiert hat. Ihnen werden Übergriffe auf Zivilisten vorgeworfen. Im Juni empfing der russische Präsident Wladimir Putin Goïta in Moskau. Die Sicherheitslage in Mali bleibt prekär. Die Zahl der extremistischen Angriffe und der zivilen Todesopfer ist sowohl durch bewaffnete Gruppen als auch durch Regierungstruppen gestiegen.

© Lea Dohle

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Seit 2013 waren in Mali Blauhelmsoldaten der UN stationiert, darunter auch insgesamt mehr als 20.000 Soldaten der Bundeswehr. Wegen der prekären Sicherheitslage beendete der UN-Sicherheitsrat die Friedensmission Minusma jedoch im Jahr 2023. Die letzten deutschen Soldaten verließen Mali im Dezember 2023.