WHO ruft wegen Ebola-Ausbruchs Alarm aus

Kein Impfstoff, eine heikle Sicherheitslage und Menschen auf Wanderschaft: Warum der aktuelle Ebola-Ausbruch laut WHO ein «aussergewöhnliches Ereignis» ist.

Publiziert heute um 03:49 Uhr

Gesundheitshelfer legt PSA-Schutzausrüstung an vor dem Betreten der Roten Zone eines Ebola-Behandlungszentrums in Bunia, Demokratische Republik Kongo.

Ebola-Ausbruch im Kongo: Medizinischer Helfer zieht seine Schutzausrüstung an. (Archivbild)

AFP/John Wessels

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Mit diesem Schritt will die UNO-Behörde in Genf unter anderem Nachbarländer in erhöhte Alarmbereitschaft versetzen und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft mobilisieren. Es handle sich jedoch um keinen Pandemie-Alarm, stellte die WHO klar.

Bislang seien in der Provinz Ituri im Nordosten des Kongo 8 nachgewiesene und 246 mutmassliche Fälle der gefährlichen Fieberkrankheit aufgetreten, hiess es. Zusätzlich sei bereits ein Fall in der weit entfernten Hauptstadt Kinshasa nachgewiesen worden. Zudem seien zwei infizierte Personen aus dem Kongo nach Uganda gereist. Die WHO berichtete von bislang 80 mutmasslichen Ebola-Todesfällen in Ituri. Einer der reisenden Personen sei ebenfalls verstorben.

WHO: Ausbruch könnte viel grösser sein als bekannt

Der ansteigende Trend von Verdachts- und Todesfällen in Ituri weise darauf hin, «dass der Ausbruch möglicherweise viel grösser ist als bislang entdeckt und berichtet», hiess es von der WHO. Deshalb bestehe ein beträchtliches Risiko für eine lokale und regionale Ausbreitung des Virus. Die Provinz Ituri grenzt auch an den Südsudan.

Zusätzlich habe man es in dem am meisten betroffenen Gebiet mit einer fragilen Sicherheitslage, einer humanitären Krise und starken Bevölkerungsbewegungen zu tun. Zudem gebe es keinen zugelassenen Impfstoff für den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus, der hinter dem Ausbruch steckt. Deshalb handle es sich um ein «aussergewöhnliches Ereignis».

Allerdings hat die Bundibugyo-Variante nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstitutes NIH eine niedrigere Sterblichkeitsrate von etwa 37 Prozent als der Zaire-Stamm mit bis zu 90 Prozent.

Es handelt sich um den insgesamt 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976. Nur zweimal zuvor hat es laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC Ausbrüche der Bundibugyo-Variante gegeben: im Jahr 2007 in Uganda mit 37 Toten sowie 2012 im Kongo mit 29 Todesfällen.

Lebensbedrohliche Infektionskrankheit

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch der Zaire-Variante in Westafrika mehr als 11’000 Menschen gestorben. In der Demokratischen Republik Kongo starben beim letzten Ebola-Ausbruch in der südwestlichen Provinz Kasaï 45 Menschen zwischen September und Dezember 2025.