Die Zusammenarbeit zwischen Italien und Libyen in den Bereichen Fischerei und Agrarwirtschaft könnte sowohl für italienische Unternehmen als auch für die Entwicklung libyscher Produktionsketten eine Chance darstellen, vorausgesetzt, es werden gemeinsame Standards und ausgewogene Beziehungen zwischen den beiden Mittelmeerküsten etabliert. Dies erklärte der Staatssekretär des Landwirtschaftsministeriums gegenüber der „Agenzia Nova“. Patrizio LaPietraAm Rande einer Senatssitzung zum Projekt „Medita Hub“, einer Wirtschaftsplattform der Italienisch-Libyschen Handelskammer und der Libyschen Exportförderungsbehörde (LEDA), erklärte Staatssekretär La Pietra: „Wenn wir die richtigen Kooperationen zwischen den italienischen, insbesondere den sizilianischen, und den libyschen Marinen finden, können wir die Fischbestände des gemeinsamen Meeres besser nutzen.“ Laut La Pietra soll die Zusammenarbeit die Wertschöpfung des Fangs steigern und libyschen Fischern höhere Einkommen ermöglichen, während gleichzeitig Wettbewerbsungleichgewichte mit italienischen Unternehmen vermieden werden. „Die Zusammenarbeit ist auch deshalb so wichtig, weil das libysche Meer sehr fischreich ist. Hier können wir sicherlich gut zusammenarbeiten“, fügte La Pietra hinzu und betonte die Notwendigkeit, sowohl das Wachstum der libyschen als auch den Schutz der italienischen Fischer zu gewährleisten.
Für den Staatssekretär kann der libysche Fischereisektor angesichts Italiens starker Abhängigkeit von Fischimporten eine sinnvolle Ergänzung zum italienischen Sektor darstellen. „Wir importieren zwischen 70 und 85 Prozent des in Italien konsumierten Fisches, daher ist eine Zusammenarbeit unerlässlich“, erklärte La Pietra. Er präzisierte jedoch, dass die Kooperation „auf denselben Bewertungskriterien“ basieren müsse, um sicherzustellen, dass „der Wert des Fangs den Standards italienischer Fischer so nahe wie möglich kommt“. Neben der Fischerei nannte der Staatssekretär den Olivenölsektor als einen der vielversprechendsten Bereiche für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Libyen. Italien ist der zweitgrößte Olivenölexporteur der Welt, importiert aber weiterhin Olivenöl. In diesem Zusammenhang könne Libyen laut La Pietra „eine Chance“ darstellen, vorausgesetzt, die Qualitätsstandards der lokalen Produktion würden angehoben. „Wir müssen sicherstellen, dass die neuen Anbauprodukte, die in Libyen entwickelt werden sollen, der italienischen Qualität so nahe wie möglich kommen, denn wir benötigen hochwertiges natives Olivenöl extra“, erklärte der Staatssekretär.
Laut dem Staatssekretär wird italienisches Fachwissen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung potenzieller Agrar- und Industriepartnerschaften mit Tripolis spielen. „Ich bin überzeugt, dass nicht nur technologisches Know-how entscheidend ist, sondern auch die Erfahrung und die Arbeitskultur, die wir in Italien haben, insbesondere in der Olivenölproduktion, die hier eine tausendjährige Tradition hat“, erklärte er. „Unsere Technologie, unser Wissen und unsere Erfahrung sind unerlässlich, um die Qualitätsstandards in den Ländern, mit denen wir zusammenarbeiten, anzuheben“, schloss La Pietra.
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