Im Südwesten Nigerias sind drei Schulen angegriffen und 46 Menschen entführt worden. Bei der Verschleppten handele es sich hauptsächlich um Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren, teilte am Montag die Christliche Vereinigung des Landes (CAN) mit. Über die Identität der Kidnapper oder mögliche Lösegeld-Forderungen sei nichts bekannt, sagte der CAN-Vorsitzende des Bundesstaates Oyo, Pastor Elisha Olukayode Ogundiya, der Nachrichtenagentur AFP.

Die drei Überfälle erfolgten bereits am Freitag. Die Polizei sprach von einem „koordinierten Angriff“. Der Gouverneur von Oyo, Seyi Makinde, machte bewaffnete Gruppen aus dem Nordwesten Nigerias verantwortlich. Seinen Angaben zufolge sind unter den Entführten sieben Lehrkräfte.

Nigeria wird von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen erschüttert, denen Christen wie Muslime gleichermaßen zum Opfer fallen. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen Süden geteilt.

Kriminelle Gruppen in Nigeria entführen immer wieder Kinder, um sich mit dem Lösegeld zu finanzieren. Entführungen gibt es vor allem in ländlichen Gebieten, in denen nur wenige Sicherheitskräfte stationiert sind. Für viele Angriffe in den vergangenen Monaten wurden dschihadistische Gruppen verantwortlich gemacht.

Die seit langem andauernden Sicherheitskrisen in Nigeria hatten zuletzt internationales Aufsehen erregt, nachdem US-Präsident Donald Trump einen angeblichen „Völkermord“ an Christen in dem westafrikanischen Land angeprangert und einen Militäreinsatz angedroht hatte. Laut Experten treffen die Konflikte in Afrikas bevölkerungsreichstem Land Christen und Muslime jedoch gleichermaßen.