Seltene Affen, Felsenkirchen, Wasserfälle
Dieses Land feiert sein Tourismus-Comeback
Aktualisiert am 02.03.2026Lesedauer: 3 Min.
Atemberaubendes Panorama: Das Simiengebirge erhebt sich über der Landschaft. (Quelle: IMAGO)
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Nach Jahren des Konflikts wächst das Interesse an Äthiopien deutlich. Was erwartet Reisende in einem Land zwischen Aufbruch, Vorsicht und spektakulärer Kultur?
Äthiopien kehrt zurück auf die touristische Landkarte. Nach Jahren der Konflikte kehrt Ruhe ein, und das internationale Interesse an dem Land am Horn von Afrika steigt spürbar. Wer Äthiopien bereisen möchte, sollte aber auch die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts im Blick behalten.
2025 stiegen die Ankünfte internationaler Touristen in Äthiopien um 15 Prozent, heißt es im aktuellen Tourismus-Barometer der Vereinten Nationen. Damit liegt das Land deutlich über dem afrikanischen Durchschnitt von acht Prozent Wachstum. Für Äthiopien bedeutet diese Zahl vor allem eines: ein Comeback.
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Wiedererwachtes Interesse an Äthiopien
Der Aufschwung folgt auf mehrere Jahre schwacher Besucherzahlen, die mit dem gewalttätigen Konflikt in der Region Tigray zusammenhingen. 2023 nahmen Airlines die Flugverbindungen in den Norden des Landes wieder auf, 2024 stieg das Reiseinteresse erstmals spürbar. Seitdem investiert Äthiopien gezielt in Erreichbarkeit, Infrastruktur und Vertrauen. 2025 startete die Plattform „Visit Ethiopia“, neue Hotels öffneten, der Dienstleistungssektor wurde modernisiert.
Die Branche registriert eine klare Bewegung. „Wir sehen wiedererwachtes Interesse von unseren langjährigen Gästen sowie eine stetige Rückkehr von Besuchern, die ihre Pläne über Jahre verschoben hatten“, sagt Jorge Salas-Guevara vom Afrika-Reiseanbieter „New Paths Expeditions“ der BBC. „Außerdem bekommen wir immer mehr Anfragen von einem jüngeren Publikum, das aktiver reisen möchte und mehr Outdoor-Erlebnisse sucht.“
Auch Johnny Prince, Chef von „Timbuktu Travel“, beobachtet Dynamik bei Äthiopien-Reisen. Sein Unternehmen verzeichnete von 2024 auf 2025 einen Anstieg des Interesses um 40 Prozent. „Ähnlich wie in Ägypten gibt es eine wahrgenommene Verbesserung der Sicherheitslage, und die Gäste beginnen zurückzukehren“, sagt er.
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Felsenkirchen und Nationalparks
Was zieht Reisende an? Salas-Guevara beschreibt Äthiopien als eines der weltweit reichhaltigsten Reiseziele, um Archäologie, Anthropologie und Naturgeschichte in großem Maßstab zu erleben. Weltgeschichte verdichte sich hier auf engem Raum.
Im Norden erzählen die Überreste des Aksumitischen Reiches von einer Hochkultur, die bereits im ersten Jahrtausend nach Christus Handelsbeziehungen bis ins Römische Reich pflegte. In Lalibela ragen elf in Felsen gehauene Kirchen aus dem Hochland – Bauwerke, die man nicht errichtete, sondern aus dem Stein herausschnitt. In Gonder erinnern Burgen und Paläste an eine mittelalterliche Epoche, die Besucher eher in Portugal vermuten würden als am Horn von Afrika.

