Ein mit dem Ebolavirus infizierter US-Amerikaner soll ab diesem Dienstag in Deutschland behandelt werden. Der Patient wird voraussichtlich – begleitet von Fachkräften – ab Nachmittag in die Berliner Charité gebracht. Das berichtete der RBB. Die Universitätsklinik verfügt auf ihrem Campus in Wedding über eine Sonderisolierstation und entsprechende Erfahrung mit hochinfektiösen Patienten.
Der US-Bürger ist Arzt und arbeitete in der Demokratischen Republik Kongo. Am Wochenende habe er typische Symptome gezeigt, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. In der Nacht zu Montag sei er positiv auf Ebola getestet worden.
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Die US-Behörden hätten die Bundesregierung um Hilfe gebeten, den Patienten in Deutschland aufzunehmen, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag zunächst mit. Hintergrund sind die deutlich kürzere Flugzeit aus Zentralafrika nach Deutschland und die Erfahrung hiesiger Mediziner in der Behandlung von Ebola-Fällen. Auch Hochschulkrankenhäuser anderer Bundesländer bereiten sich auf solche Patienten vor.
Außerdem wurden sechs weitere Kontaktpersonen mit hohem Ansteckungsrisiko nach Deutschland geflogen. Welcher Staatsbürgerschaft diese sechs Männer und Frauen angehören, ist öffentlich nicht bekannt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die auch in Deutschland über ein Zentrum verfügt, hat wegen des Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo und im nahen Uganda den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Im Zentrum Afrikas verbreitet sich derzeit der seltene Bundibugyo-Typ. Für diese Ebola-Sorte gibt es keinen zugelassenen Impfstoff.
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Mediziner unterscheiden sechs Ebola-Typen. Am gefährlichsten ist demnach die Zaire-Variante. Die Sterblichkeitsrate nach einer Ansteckung damit liegt bei 90 Prozent. Die derzeit grassierende Bundibugyo-Variante soll bislang eine bis zu 40-prozentige Sterblichkeitsrate aufweisen. Sie überträgt sich bei Körperkontakt oder dem Umgang mit kontaminierten Materialien. Ebola-Erreger sollen in den Tropen in diversen Tieren, insbesondere Flughunden, vorkommen.