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Senegal schnappt sich Afrikas Krone!

Der Titelträger von 2022 bezwingt Gastgeber Marokko in einem hochdramatischen Afrika-Cup-Finale nach Verlängerung mit 1:0, feiert damit seinen zweiten Triumph und lässt die Marokkaner tief enttäuscht zurück.

Ein Endspiel voller Wahnsinn, Emotionen und bitterer Szenen – inklusive handfester Skandal-Momente. Ein Finale, wie es diese Bühne wohl noch nie erlebt hat. Und eines, das leider weniger wegen der sportlichen Klasse als wegen der unsportlichen Vorkommnisse in Erinnerung bleiben wird.

Marokkos Trainer Walid Regragui (50/l.) und Senegal-Angreifer Nicolas Jackson (24) im Zwiegespräch

Marokkos Trainer Walid Regragui (50/l.) und Senegal-Angreifer Nicolas Jackson (24) im Zwiegespräch

Foto: DAZN

Skandal-Szenen beim Afrika-Cup!

Zunächst die Skandal-Szenen: Kurz vor Schluss der Nachspielzeit reißt Senegal-Verteidiger Diouf Diaz im Strafraum um. Schiri Ndala schaut sich die Szene am Monitor an – und gibt Elfmeter! Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Marokko jubelt und Senegal tobt.

Aufgebrachte Senegal-Fans attackieren die Ordner

Aufgebrachte Senegal-Fans attackieren die Ordner

Foto: Siphiwe Sibeko/REUTERS

Denn: Nicht nur, dass die Elfmeter-Entscheidung eine harte ist. Kurz zuvor gibt es eine ähnlich knifflige Szene auf der Gegenseite, ebenfalls mit dem schlechteren Ende für den Senegal.

Die bittere Senegal-Szene: Es läuft die Nachspielzeit, der Ball kommt in den Marokko-Strafraum, wo Seck Hakimi leicht schubst und so zu Fall bringt. So kann der Senegalese ungehindert an die Latte köpfen, den Abstauber köpft Niakhaté dann in die Maschen. Doch der Unparteiische pfeift bereits vorher ab, gibt ein Offensiv-Foul. So ist kein VAR-Einsatz möglich – sehr zum Ärger der Senegalesen.

Die senegalesische Mannschaft auf dem Weg in die Kabine

Die senegalesische Mannschaft auf dem Weg in die Kabine

Foto: DAZN

Stars drohen mit Spielabbruch

Und dieser Ärger sorgt beinahe für einen Spielabbruch. Trainer Pape Thiaw ruft seine Elf noch vor Ausführung des Elfmeters in Richtung Kabine, will aus Protest gesammelt den Platz verlassen, viele Spieler befinden sich bereits im Innenraum. Es dauert Minuten der Diskussion, bis es endlich Mané ist, der seine Mitspieler zurück aufs Feld beordert, nur um dort noch mehr Wahnsinn zu erleben.

Marokkos Niedergang im Foto: Brahim Diaz (26/m.) lupft den Ball in Richtung Tor, wo Keeper Edouard Mendy (33) schon wartet

Marokkos Niedergang im Foto: Brahim Diaz (26/m.) lupft den Ball in Richtung Tor, wo Keeper Edouard Mendy (33) schon wartet

Foto: PAUL ELLIS/AFP

Elfmeter-Irrsinn von Diaz

Der gefoulte Diaz geht unter größtmöglichem Druck zum Punkt – und lupft den Ball genau in die Arme von Schlussmann Mendy (90.+24). Richtig gelesen: Er lupft den Ball, nach minutenlanger Unterbrechung, Beinahe-Spielabbruch und unfassbarem Drama! Eine unbeschreibliche Szene. Direkt danach geht es in die Verlängerung.

Und da ist die Mannschaft, die nur wenige Minuten zuvor den Platz verlassen wollte, plötzlich voll da. Gueye lässt Hakimi stehen und jagt den Ball von der Strafraumgrenze ins Tor (94.), 1:0 für Senegal. Was für eine Wendung.

Der goldene Treffer für Senegal: Pape Gueye (26) zieht ab ins Glück

Der goldene Treffer für Senegal: Pape Gueye (26) zieht ab ins Glück

Foto: PAUL ELLIS/AFP

Nur Momente später wechselt Marokko-Coach Regragui den tragischen Mann der Partie, Diaz, aus (98.). Der ist sichtlich geschockt nach seinem Fauxpas, weint auf der Bank und sieht, dass seine „Atlaslöwen“ sich verzweifelt bemühen, noch irgendwie den Ausgleich zu erzielen.

Doch es reicht nicht, Senegal bringt die Führung über die Zeit – und krönt sich am Ende eines geschichtsträchtigen Endspiels zum König von Afrika.