Deutschlands WM-Gegner: Elfenbeinküste

Den Elefanten fehlt ein Leitbulle

Philipp Michaelis

15.04.2026Lesedauer: 5 Min.

Yan Diomandé: Der Ivorer ist ein Leistungsträger der Elfenbeinküste, aber kein Anführer.Vergrößern des Bildes

Yan Diomande: Der Ivorer ist ein Leistungsträger der Elfenbeinküste, aber kein Anführer. (Quelle: IMAGO/Thor Wegner/DeFodi Images)

Das Team der Elfenbeinküste ist ein unangenehmer Gegner und will der deutschen Mannschaft einige Probleme bereiten. Aber es ist verwundbar.

Die „Elefanten“ aus Westafrika haben eigentlich alles, was eine Turniermannschaft mitbringen muss: Eine eisenharte, stabile Abwehr, wieselflinke Außenstürmer und einen Kader, der jede Menge internationale Erfahrung auf höchstem Niveau aufweist: Kein Gegner, gegen den man gerne antritt.

Das enttäuschende Abschneiden beim Afrika-Cup im Januar zeigt aber auch: Das Team hat seine Schwächen. Im Viertelfinale gegen Ägypten kassierten die Ivorer spät das 2:3 und mussten nach Hause fahren.

Die Qualifikation verlief nahezu makellos. In zehn Spielen blieb die Elfenbeinküste ungeschlagen. Sie holte acht Siege und zwei Unentschieden bei einem Torverhältnis von 25:0. In Worten: zu null. Kein einziges Gegentor – das unterstreicht die defensive Qualität.

Schon der Auftakt setzte ein Zeichen: 9:0 gegen die Seychellen. Eng wurde es nur bei den torlosen Remis gegen Kenia und Gabun, wo die Offensive wenig Lösungen fand. Mehrere 1:0-Siege unterstreichen: Die Ivorer können sich gegen eine gute Abwehr schwertun, die Spiele am Ende aber auf ihre Seite ziehen. In der Quali-Schlussphase folgten ein 7:0 gegen die Seychellen und ein 3:0 gegen Kenia. Am Ende stand Platz eins vor Gabun – mit einem Punkt Vorsprung.

Die Elfenbeinküste wurde zu Deutschland, Ecuador und Curaçao in die Vorrundengruppe E gelost. Die Spielansetzungen sehen wie folgt aus.

Die Elfenbeinküste schlägt ihr Camp auf dem Vereinsgelände des MLS-Klubs Philadelphia Union auf. Das bedeutet weniger Reisestress für Team und Mitarbeiter der Westafrikaner.

Emerse Faé führte die Mannschaft bereits 2024 zum Afrika-Cup-Titel und steht nun vor der nächsten Bewährungsprobe. Nach dem Aus im Viertelfinale beim Afrika-Cup dieses Jahres steht er jedoch in der Kritik. Medienberichten zufolge geriet er unter Druck, nachdem die Erwartungen an eine erfolgreiche Titelverteidigung nicht erfüllt wurden. Gleichzeitig gilt er als Trainer, der jungen Spielern vertraut und die Entwicklung der Mannschaft vorantreibt.

Als zentraler Mittelfeldspieler war Faé in den Nullerjahren Teil der sogenannten „goldenen Generation“ der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste, die er gemeinsam mit Weltstars wie Didier Drogba, den Brüdern Yaya und Kolo Touré, Didier Zokora oder Emmanuel Eboué prägte. Auf Vereinsebene spielte er bei FC Nantes, OGC Nizza und dem FC Reading, ehe er im Alter von erst 28 Jahren seine Karriere wegen chronischer Venenentzündungen beenden musste.