Die Berliner Charité hat Informationen zum Gesundheitszustand des US-amerikanischen Arztes herausgegeben, der seit Mittwoch dort auf der Sonderisolierstation behandelt wird. Der Mann zeige deutliche Krankheitssymptome und sei stark geschwächt, momentan aber nicht kritisch krank. Er benötige derzeit keine intensivmedizinischen Maßnahmen. Da sich der Verlauf der Krankheit aber ändern könne, werde der Patient engmaschig überwacht.

Die Ehefrau und die vier Kinder des Arztes, die als Hochrisikokontakte eingestuft wurden, befinden sich in einem vom Infizierten abgetrennten Teil der Isolierstation in Quarantäne. Sie wurden nach Angaben der Charité in einem ersten PCR-Test negativ getestet und sind derzeit symptomfrei. Die Veröffentlichung von Informationen über den Gesundheitszustand sei mit den Betroffenen abgestimmt.

Familie kann durch Glasscheibe mit Sprechanlage miteinander sprechen

Neben der bestmöglichen medizinischen Versorgung ist es nach eigenen Angaben auch das Ziel der Charité, die Familie in der schwierigen Situation insgesamt zu unterstützen. Es bestehe auf der Station die Möglichkeit, psychologisch betreut zu werden. Ein Zimmer der Station sei außerdem mit Spielzeug für die Kinder ausgestattet worden. Die Angehörigen können ihren Ehemann und Vater durch eine Glasscheibe sehen und über eine Sprechanlage mit ihm reden.

Der US-amerikanische Arzt hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit der Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus infiziert, die sich dort derzeit stark ausbreitet. Die USA hatten Deutschland darum gebeten, den Patienten aufzunehmen. Offiziell wurde das mit der kürzeren Flugzeit nach Deutschland begründet. Die Washington Post berichtete allerdings unter Berufung auf fünf mit der Angelegenheit vertrauten Personen, dass die US-Regierung die Aufnahme des Patienten verweigert haben soll. Eine davon sagte der Zeitung über den infizierten US-Bürger, dass »der
Präsident und seine Leute ihn nicht in den USA haben wollen«. Ein
Sprecher der Regierung stritt dies ab.

© unsplash.com

Newsletter
Das tut mir gut – Der ZEIT-Gesundheitsnewsletter

Vielen Dank! Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Prüfen Sie Ihr Postfach und bestätigen Sie das Newsletter-Abonnement.

Mit einem Spezialflugzeug für hochinfektiöse Patienten wurde der Mann nach Berlin gebracht. Die Ehefrau und die vier Kinder, die ebenfalls in der Demokratischen Republik Kongo waren, kamen einen Tag später in der Charité an.

Im Kongo gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile fast 750 Ebola-Verdachtsfälle und 177 mutmaßliche Todesfälle. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sprach von Fortschritten bei Überwachungsmaßnahmen und Labortests. Doch Gewalt und Unsicherheit behinderten die Bekämpfung der Epidemie.

Mehr zum Thema

Ebola-Ausbruch

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Impfstoff gegen Ebola:
Jeder Monat früher könnte Leben retten

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Behandlung von Ebolapatienten:
Wie Ärzte Ebola in Deutschland behandeln

Z+ (abopflichtiger Inhalt);

Ebolaausbruch:
Das Virus hat schon zu viel Vorsprung