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Kigali (Ruanda/Afrika) – Mia san Afrika! In der ruandischen Hauptstadt Kigali schlagen mehr als 70 Fußballherzen rot-weiß. Der FC Bayern München hat hier eine große Fanbase, seit Februar 2024 gibt es sogar einen offiziellen FCB-Fanclub.
Feiern wie in München
An Bundesliga-Wochenenden geht’s seitdem heiß her in Kigali. Die Clubmitglieder treffen sich, um ihre Jungs gemeinsam anzufeuern. Wenn Kane, Musiala & Co. auflaufen, wird laut gejubelt – fast wie in der Allianz-Arena.
„Fußball ist eines der schönsten Dinge, die Menschen zusammenbringen. Ich genieße es, Siege und Niederlagen zu teilen. Einige trinken Bier, wir feiern und schreien. Eben wie in München – nur ohne große Maßkrüge. Wir sind stolz, als Ruander im Namen von Bayern München zu stehen“, sagt Emmanuel Turatsinze (30), Gründer und Präsident des Vereins, zu BILD.

Emmanuel Turatsinze wollte selbst einmal Fußballprofi werden. Heute arbeitet er als Quality Assurance Engineer. Den Fanclub gründete er 2024, nachdem er und eine Handvoll Freunde jedes Champions-League-Spiel zusammen schauten
Foto: Jenna Müller
Die Fans schauen ihren Lieblingsspielern aber nicht nur beim Kicken zu, sie stehen auch selbst auf dem Platz. Jeden Sonntag treffen sie sich um 6 Uhr und spielen zwei bis vier Stunden lang. „Wir treffen uns so früh, weil viele vormittags noch in die Kirche gehen“, erklärt der Club-Präsident. „So haben alle die Chance, am Training teilzunehmen.“

Sport vereint: Sonntags spielen die Fans zusammen Fußball, die meisten sind zwischen 18 und 25 Jahren. Es gibt aber auch einige ältere, erklärt Emmanuel
Foto: Jenna Müller
Darum ist Ruanda im Bayern-Fieber
Aber wie kommt es überhaupt, dass ein Fußballverein aus Deutschland in Afrika so gefeiert wird? „Bayern München ist vor allem in der Champions League ein großer Verein. Deshalb haben viele Leute begonnen, ihn zu bewundern“, erklärt Emmanuel.

BILD-Reporterin Jenna Müller traf Emmanuel beim Training des Fanclubs in Kigali. Der Rat eines Freundes vor Ort: „Nicht mitspielen, nur zuschauen. Ruander zocken anders, da brichst du dir die Beine“
Foto: Jenna Müller
Der Erfolg des Rekordmeisters ist aber nicht der einzige Grund: Der FCB und Ruanda sind seit 2023 Partner. Über die Initiative „Visit Rwanda“ half Bayern beim Aufbau von Jugendfußball und Talentförderung in Kigali, während Ruanda seinen Tourismus ankurbelte.
Ganz ohne Gegenwind lief das allerdings nicht. Nach Hinweisen auf Verstöße gegen Menschenrechte und Berichten über eine mutmaßliche Unterstützung der Rebellen im Kongo, machte Bayern 2025 Schluss mit dem kommerziellen Sponsoring, nur die Jugend- und Fußballförderung läuft noch weiter.
Trotzdem ist der FCB ist für viele Ruander ein Symbol für Erfolg und Zusammenhalt. Denn: „Zwei Talente aus Ruanda wurden 2025 sogar in die U19-World Squad des FC Bayern berufen“, sagt Emmanuel.

Beim Fanclub geht es um mehr als nur Fußball. Vor zwei Monaten pflanzte die Gemeinschaft Bäume an einer Schule. Außerdem sammeln die Mitglieder Geld, um Krankenversicherungen für arme Menschen zu bezahlen
Foto: Emmanuel Turatsinze
Sein persönlicher Traum für die Zukunft: Selbst einmal nach München reisen, um seine Helden live im Stadion zu sehen. „Aber erst einmal hoffen wir, dass der FCB diese Saison die Champions League gewinnt“, sagt Emmanuel. „Wir sind sehr stolz auf das Team.“