Bei seiner Afrika-Reise hat Leo XIV. eine Halskette für seine Nichte gekauft, die Tochter seines ältesten Bruders Louis. Am Stand einer Frauengruppe wählte er eine handgefertigte Kette aus Kupfer und Koralle, wie ein von einer Kunsthandwerkerin veröffentlichtes Instagram-Video zeigt.

In der Szene im Haus der Augustinerinnen in Bab El Oued, über die Vatican News am Donnerstag berichtete, sind auch Frauen mit muslimischem Kopftuch, dem Hidschab, zu sehen. Der Anhänger des Schmuckstücks zeigt einen „Baum des Lebens“.

Projekt mit Musliminnen und Christinnen

Das Video zeigt, wie sich Leo XIV. im Zentrum der Augustiner-Schwestern mit einer Verantwortlichen des Projekts berät, das er am Montag in Algier besuchte. „Was bedeutet dieses Kunstwerk?“, fragt der Papst. „Der Baum des Lebens“, antwortet die Frau auf Spanisch, „aber ohne die passenden Ohrringe.“ – „Nein, das ist nicht für mich. Ich werde es meiner Nichte schenken“, entgegnet der Papst. „Haben Sie eine Schachtel dafür?“

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Ebenso wurde ein Foto veröffentlicht, auf dem eine junge Frau mit Hidschab das verpackte Geschenk präsentiert. Sie betrachte die Auswahl einer ihrer Kreationen durch den Papst als Auszeichnung für ihre Arbeit, schrieb sie.

Die Nichte des Papstes trat bisher öffentlich nicht in Erscheinung. Leo XIV. erwähnte sie laut dem Portal Vatican News erst einmal bei einem Treffen mit Jugendlichen in Rom. Bekannt ist ferner, dass er in Peru eine inzwischen erwachsene Patentochter hat. Der gebürtige Chicagoer hat zwei ältere Brüder in den USA; lange wirkte er als Ordensmann und Bischof in Peru.

Papst bemüht sich auf Afrika-Reise um Friedensvermittlungen

Kamerun ist die zweite Station der elftägigen Afrika-Reise des Papstes. In der dortigen Region tobt seit 2017 ein Konflikt mit Tausenden Toten zwischen Regierung und Separatisten. Hunderttausende wurden vertrieben. Die Religionsgemeinschaften versuchen zu vermitteln.

In der Stadt Bamenda im Nordwesten des westafrikanischen Landes lobte der Pontifex zuletzt gemeinsame Friedensbemühungen von Christen und Muslimen. „Ich würde mir das für so viele Orte auf der Erde wünschen. Selig sind die Friedfertigen. Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen.“

Der Papst fügte hinzu: „Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten.“ Mit Myriaden ist eine riesige Menge gemeint. Deutlicher wurde Leo in seiner Ansprache nicht. Er nannte auch keine Länder oder Politiker beim Namen.

Papst möchte sich von Donald Trump nicht einschüchtern lassen

In den vergangenen Tagen war der Papst nach Friedensappellen mehrfach von US-Präsident Donald Trump kritisiert worden. Der erste US-Amerikaner als Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken machte jedoch deutlich, dass er sich aus dem Weißen Haus nicht einschüchtern lassen will.

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Vor Kamerun bereiste der Papst bereits Algerien. Bis 23. April stehen noch Angola und Äquatorialguinea auf dem Programm. (KNA/dpa)