Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und internationale Partner arbeiten daran, den Ebola-Ausbruch in Zentralafrika angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus, der steigenden Todeszahlen und der immensen Belastung der Gesundheitsressourcen unter Kontrolle zu bringen.
Die gesamten Soforthilfezusagen belaufen sich mittlerweile auf fast 500 Millionen Dollar, um die Reaktionsfähigkeit zu stärken und die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
Die Afrikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (Africa CDC) gaben bekannt, dass Regierungen und internationale Organisationen bei einem Ministertreffen rund 498,8 Millionen US-Dollar zugesagt haben, wobei der Schwerpunkt auf der Unterstützung betroffener und besonders gefährdeter Länder liegt.
Zu den Finanzierungsquellen gehören 160 Millionen US-Dollar von der Weltbank für die Demokratische Republik Kongo, 82 Millionen US-Dollar von den Vereinigten Staaten und etwa 57 Millionen US-Dollar von europäischen Partnern sowie zusätzliche Soforthilfe der Vereinten Nationen.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte davor, dass die Epidemie außer Kontrolle gerät, während die Gesundheitssysteme in den betroffenen Gebieten aufgrund des anhaltenden Anstiegs der Infektionen unter immensem Druck stehen.
Laut aktualisierten Zahlen wurden in der Demokratischen Republik Kongo über 900 Verdachtsfälle, darunter mehr als 100 bestätigte Fälle und über 220 Todesfälle, die vermutlich durch das Ebola-Virus verursacht wurden, registriert. Auch Uganda meldete vereinzelte Infektionen mit mehreren bestätigten Todesfällen.
Die WHO geht davon aus, dass das Ausmaß des Ausbruchs viel größer sein könnte, da Experten vermuten, dass das Virus bereits seit einiger Zeit in der Bevölkerung zirkulierte, bevor es entdeckt wurde.
Der WHO-Chef warnte außerdem davor, dass der Konflikt im Osten der Demokratischen Republik Kongo die Bemühungen zur Eindämmung des aktuellen Ausbruchs behindert, und forderte einen sofortigen Waffenstillstand.
Laut Tedros steht der Osten der Demokratischen Republik Kongo vor einer doppelten Krise: Krankheit und Konflikt. Der Ebola-Ausbruch in der Provinz Ituri breitet sich schneller aus, als die Hilfsmaßnahmen bewältigen können. Die Eindämmung von Ebola hängt vollständig vom Zugang humanitärer Hilfe ab.
Die Sicherheitslage stellt jedoch ein großes Problem im Osten der Demokratischen Republik Kongo dar, wo Konflikte verschiedener bewaffneter Gruppen die Region in den letzten drei Jahrzehnten verwüstet haben. Ein Großteil der öffentlichen Dienstleistungen in den ländlichen Gebieten der Provinz Ituri ist zusammengebrochen.
Tedros argumentierte, dass die Konflikte Massenvertreibungen verursachen, die Infizierten in überfüllte Flüchtlingslager drängen und wichtige Eindämmungskorridore zerstören. Er rief alle Konfliktparteien zu einem sofortigen Waffenstillstand auf, um den Ausbruch einzudämmen und medizinischen Teams einen sicheren und nachhaltigen Zugang zum betroffenen Gebiet zu ermöglichen.
Der aktuelle Ausbruch steht im Zusammenhang mit dem Bundibugyo-Stamm des Virus – einer seltenen Variante, für die es derzeit weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt, was in der internationalen Gemeinschaft Besorgnis auslöst.
Gesundheitsexperten warnen, dass dies die Eindämmung des Ausbruchs schwieriger macht als bei früheren Ausbrüchen.
Die Gesundheitsbehörden betonten, dass eine verbesserte Koordinierung, epidemiologische Überwachung und die rasche Umsetzung von Kontrollmaßnahmen entscheidend seien, um das Risiko einer weitverbreiteten Übertragung in der gesamten Region zu verhindern.
In diesem Zusammenhang berichtete das Wall Street Journal am 26. Mai, dass die Vereinigten Staaten ein Quarantänezentrum in Kenia eröffnen werden. Diese Einrichtung ist vorrangig für US-Bürger bestimmt, die positiv auf das Ebola-Virus getestet wurden oder Kontakt zu Infizierten hatten und aus der Demokratischen Republik Kongo evakuiert werden müssen.
Der US-Plan wartet derzeit noch auf die Zustimmung der kenianischen Regierung. Washington hatte diesen Plan ins Leben gerufen, nachdem ein amerikanischer Arzt, der sich bei einem Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Ebola-Virus infiziert hatte, letzte Woche zur Behandlung nach Deutschland geflogen worden war.
Die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) gaben letzte Woche bekannt, dass Personen mit ständigem Wohnsitz in den USA, sogenannte Green-Card-Inhaber, die sich in den letzten 21 Tagen in der Demokratischen Republik Kongo, Uganda oder im Südsudan aufgehalten haben, nicht in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen.
Quelle: https://www.vietnamplus.vn/cong-dong-quoc-te-ho-tro-chau-phi-gan-500-trieu-usd-ung-pho-dich-ebola-post1112957.vnp