Bescheiden und dankbar als Teamplayer
Doch nicht nur auf dem Platz sei Prince zu einer festen Größe geworden. Sein bescheidenes Auftreten, seine Freundlichkeit und seine Dankbarkeit hätten ihn zu einem geschätzten Mitglied der „Stahl-Familie“ gemacht. Entsprechend groß sei die Betroffenheit im Verein. „Die Nachricht über seine Inhaftierung trifft uns alle sehr. Als Verein sehen wir es als unsere Pflicht, ihm in dieser schwierigen Situation beizustehen“, erklärte Vorstandsmitglied Sebastian Schwurack.
Wegen Pass nach Berlin gereist – kurz darauf inhaftiert
Nach Angaben von Schwurack durfte Chimenem zunächst nicht arbeiten, da er bei seiner Ankunft noch minderjährig war. Er lernte Deutsch und hätte im Juni das B2-Zertifikat absolvieren. „Für die Aufnahme einer Ausbildung benötigte er einen Reisepass, den er auf der Flucht verloren hatte. Einen Ersatz beantragte er bei der nigerianischen Botschaft in Berlin – und erhielt diesen wohl am vergangenen Donnerstag.“ Nur einen Tag später sei die Nachricht von der Justiz erfolgt: Chimenem sei in Dresden in Abschiebehaft genommen worden. Seitdem sei er für den Verein nicht mehr erreichbar gewesen.
Kontaktversuch wegen Gnadengesuch erfolglos
Eine kurzfristige Anrufung der sächsischen Härtefallkommission sei geprüft, aber wegen der knappen Zeit habe Schwurack das dann wieder verworfen. Auch der Versuch, für einen Gnadengesuch Kontakt zu Innenminister Armin Schuster (CDU) aufzunehmen, sei gescheitert. Tatsächlich wurde der Härtefallkommission nach eigenen Angaben kein Antrag vorgelegt.
Nach Angaben der Landesdirektion hat die Abschiebung von Chimenem ein Einreise- und Aufenthaltsverbot für die Bundesrepublik Deutschland und ggf. den Schengenraum zur Folge. „Die Dauer dieser Verbote wurde seitens des BAMF für den Betroffenen auf 30 Monate ab dem Abschiebungstag festgesetzt.“ Der Betroffene habe keinen Anspruch auf Erteilung einer Duldung gehabt. Nigeria gilt trotz bürgerkriegsähnlicher Zustände als sicheres Herkunftsland.