Jägermusik: Hunter Folk & Sahel Roots

Hunter Folk ist in der langen Musiktradition Malis ein beliebtes Genre, man hört aktuelle Versionen dieser Lieder auch in den Taxis in Bamako, denn die Texte bewahren viel von der Weisheit und der Lebensweise der Vorväter, „aus einer Welt, die auf Respekt und Vertrauen gründet“, heißt es im Programmheft des Rudolstadt Festivals.

Während Hunter Folk tief in der Tradition wurzelt, ist das Duo Malian Roots  deutlich urbaner und von anderen Stilen der Moderne geprägt. Mit drei Duos, darunter auch Sahel Roots, bringt das Rudolstadt Festival diese ethnische Musik auf die Bühne. „Dunun nègè be sogo faa bali la – Diejenigen, die nicht jagen, sind verrückt nach Jägermusik“, kommentiert Mali-Kenner Bernhard Hanneken.

Wann und wo?
Freitag, 4. Juli 2025, 13:30 Uhr: Burgterrasse

Freitag, 4. Juli 2025, 14:30 Uhr: Bauernhäuser

Sonnabend, 5. Juli 2025, 20 Uhr: Theater im Stadthaus

Mediterranean Blues: Baba Sissoko

Der Sänger, Perkussionist und Ngoni-Spieler Baba Sissoko entstammt einer berühmten Dynastie von Griot-Musikern aus Mali, ein Erbe, das er mit seiner Band in der Diaspora weiterführt. Sissoko lebt schon lange im Süden Italiens, in Kalabrien. „Mediterranean Blues“ heißt sein aktuelles Projekt, in dem er die alte und neue Welt grenzenlos bis übers Mittelmeer verbindet, mit erdiger Bluesharp, Drumset, Funk-Gitarre, Drumset und – Ngoni.

„Diese Grooves bauen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, resümiert Festivalkurator Bernhard Hanneken. „Der Blues gehört ihm, Sissoko“, lobt ein italienischer Kritiker eins seiner Live-Alben, denn Sissoko erzähle Geschichten, die er aus der Seele schöpfe, seinen „Mediterranean Blues“.

Wann und wo?
Freitag, 4. Juli 2025, 18 Uhr
Heinepark, Große Bühne

Ein Gott an der Gitarre: Vieux Farka Touré

Vieux ist der Sohn von Ali Farka Touré, und der war einer der besten Gitarristen Afrikas. Nicht jedem gelingt es, aus dem Schatten eines musikalischen Übervaters zu treten: Vieux Farka Touré, nun selbst Gitarren-Virtuose und Songwriter, kennt sein Erbe genau und hat trotzdem eine eigene Stimme, einen eigenen Weg im „Wüstenblues“ aus Niafunke gefunden.

Auch auf dem Album „Les Racines“ bleibt die fließende Songhai-Musik aus dem Norden von Mali seine Basis. Darin scheint er mit seiner Godin-Gitarre, die er 2006 geschenkt bekommen hat, zu verschmelzen: „Diese Gitarre und ich sind eine Person“, sagt Vieux Farka Touré, der an die verbindende Kraft der Musik in seinem zerrissenen Land glaubt. „Ich bitte meine Brüder, einander zu helfen, unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit, von Kayes bis Koulikoro, von Segou bis Mopti, von Gao bis Kidal, von Meneka bis Taoudeni, von Timbuktu bis Niafunke. Lasst uns versöhnen und einen Ausweg aus der Krise finden. Nur Einigkeit schafft Stärke. Lasst uns Frieden schließen.“

Wann und wo?
Freitag, 4. Juli 2025, 20 Uhr
Heinepark, Große Bühne

Musik-Helden auf der Spur: Le Mali 70 Earkestra

2019 reiste das Omniversal Earkestra aus Berlin nach Mali auf der Suche nach den „Helden“ der Mali-Musik der späten 60er- und frühen 70er-Jahre, die Westafrika auf die Landkarte des globalen Konzertlebens brachten. Bamako war die erste Station, die Reise ging weiter gen Norden, um legendäre Musiker in Segou, Mopti und Timbuktu zu treffen. Mit einigen Barden probten sie intensiv und kehrten für Studioaufnahmen mit ihnen nach Bamako zurück.

Das Album wurde eine Hommage an eine besondere Periode in der reichen Musikgeschichte Malis. Der Film über dieses Projekt, „LeMali70“, läuft Sonntag um 11 Uhr im Cineplex, zu sehen gibt es darin unter anderem erstaunliche Archivaufnahmen von Bands aus der goldenen Ära malischer Tanzmusik, überliefert durch Orwo-Filme aus Wolfen, die halten bis heute.

Wann und wo?
Sonnabend, 5. Juli 2025, 21 Uhr: Heinepark Große Bühne

Sonntag, 6. Juli 2025, 11 Uhr, Cineplex:
Film „LeMali70“