Nach Angaben des Korrespondenten der vietnamesischen Nachrichtenagentur in Afrika wurden bei zwei Drohnenangriffen in der sudanesischen Region Kordofan mindestens 67 Menschen getötet. Hintergrund ist der eskalierende Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF).
Bei dem Drohnenangriff, der am 31. Mai (Ortszeit) im Dorf Kadam im Bundesstaat Westkordofan stattfand, kamen 10 Menschen ums Leben, darunter 8 Kinder und 2 Frauen.
Bei den Opfern handelte es sich um Bewohner, die aus dem Gebiet Abu Kershola im Bundesstaat Süd-Kordofan geflohen waren, auf der Suche nach einem vermeintlich sicheren Zufluchtsort.
Der Vorfall, der sich in einem zivilen Gebiet ohne militärische Aktivitäten ereignete, zeigt, dass sich die Gewalt auch auf Gebiete ausbreitet, in denen Binnenvertriebene konzentriert leben.
Zuvor, am 30. Mai, hatte ein weiterer Drohnenangriff das Dorf Al-Murra im Bundesstaat Nord-Kordofan getroffen und 57 Menschen getötet. Dieses Gebiet ist derzeit eines der Schlachtfelder zwischen der sudanesischen Armee und den RSF.
Die Internationale Organisation für Migration der Vereinten Nationen (IOM) teilte am 1. Juni mit, dass in der vergangenen Woche aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage rund 160 Menschen gezwungen waren, ihre Häuser im Dorf Al-Murra zu verlassen.
In den letzten Monaten haben die Drohnenangriffe sowohl des sudanesischen Militärs als auch der RSF deutlich zugenommen. Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher erklärte, dass allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres rund 700 Zivilisten bei solchen Angriffen getötet wurden.
Der Konflikt zwischen der sudanesischen Armee und den RSF, der im April 2023 ausbrach, dauert nun schon vier Jahre an.
Die Kämpfe haben schätzungsweise 200.000 Menschenleben gefordert und mehr als 11 Millionen zur Flucht gezwungen. In vielen Teilen des Landes herrschen zudem schwere Nahrungsmittelknappheit und Hungersnot.
Die Vereinten Nationen und internationale humanitäre Organisationen haben wiederholt davor gewarnt, dass Sudan mit einer der schwersten humanitären Krisen weltweit konfrontiert ist, und haben alle am Konflikt beteiligten Parteien aufgefordert, die Zivilbevölkerung zu schützen und humanitäre Hilfe zu erleichtern.
Quelle: https://www.vietnamplus.vn/gan-70-nguoi-thiet-mang-trong-cac-vu-tan-cong-bang-uav-tai-sudan-post1113751.vnp