Die Demokratische Republik Kongo hat binnen 24 ​Stunden 71 neue Ebola-Fälle registriert und vor einer schnellen Ausbreitung der tödlichen Krankheit in der Bevölkerung gewarnt. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle sei seit der Bekanntgabe des Ausbruchs des seltenen Bundibugyo-Stamms auf 452 ​gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium in dem zentralafrikanischen Land mit. Die Zahl der bestätigten Todesfälle ​liege bei 82. Der Anstieg um 71 Neuinfektionen gehöre zu den ​höchsten während der aktuellen Epidemie.

Die Fälle konzentrieren sich weiterhin stark auf die Provinz Ituri im ​Nordosten des Landes, eine abgelegene Region mit schlechter Gesundheitsinfrastruktur und prekärer Sicherheitslage durch Kämpfe bewaffneter Gruppen. Der Kongo mit seinen rund 100 Millionen Einwohnern verfügt über umfangreiche Bodenschätze wie Kupfer, Kobalt und seltene Erden. Trotz des Rohstoffreichtums zählt das Land zu den ärmsten der Welt. Internationale Organisationen führen dies auf jahrzehntelange Konflikte und schwache staatliche ⁠Strukturen zurück.

Bestätigte Fälle gebe ​es mittlerweile in 17 der 36 Gesundheitszonen von Ituri sowie in sieben Gesundheitszonen ‌in Nord-Kivu und einer in Süd-Kivu, ‌hieß es weiter. Auch im benachbarten Uganda seien Infektionen ​registriert worden. 

USA warnen vor Ausmaß des Ausbruchs

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus kündigte einen 518 Millionen Dollar schweren Sechsmonatsplan zur Bekämpfung von Ebola an. Die Strategie ziele darauf ab, ​dem Kongo und Uganda bei der Eindämmung der Ausbrüche zu helfen und andere Länder auf mögliche Fälle vorzubereiten.

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Auch die USA warnten vor einem raschen Anstieg der Fallzahlen. Laut Modellszenarien der US-Gesundheitsbehörde CDC könnte der aktuelle Ausbruch des Ebola-Stamms Bundibugyo in der DR Kongo ohne entschlossene Maßnahmen ein ähnliches oder sogar noch größeres Ausmaß annehmen als der Ausbruch in Westafrika von 2014 bis 2016, wie die Behörde mitteilte.

Den modellierten Szenarien zufolge könnte der Ausbruch zu einem der größten werden, die jemals dokumentiert wurden, sagte Jason Asher, Direktor des CDC-Zentrums für Prognosen und Ausbruchsanalysen. Die CDC veröffentlichte drei Dokumente im Morbidity and Mortality Weekly Report zu dem Ausbruch. Ziel sei es unter anderem, Ressourcen in der internationalen Gemeinschaft zu mobilisieren, sagte Satish Pillai, der Einsatzleiter für die Ebola-Bekämpfung der CDC.

Die USA geben insgesamt 200 Millionen US-Dollar

Die USA haben unterdessen bekannt, dass sie fast 38 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Mitteln für die Ebola-Bekämpfung bereitstellen werden. Damit beläuft sich die bisherige Gesamtsumme an direkten Finanzmitteln auf über 200 Millionen US-Dollar, teilte das Außenministerium imit.

Das Ministerium nannte keine Einzelheiten darüber, wie die Mittel verwendet werden sollen. Es arbeite eng mit den US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention sowie mit der Demokratischen Republik Kongo und Uganda zusammen, schrieb es. Ziel sei es, »eine schnelle und umfassende Reaktion« auf den Ebola-Ausbruch zu organisieren.

Nach Angaben des US-Außenministeriums sollen US-Bürger, die dem Virus ausgesetzt waren, aber keine Symptome zeigen, in Kenia in einer Einrichtung unter Quarantäne gestellt werden, die derzeit aufgebaut wird.

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