In Zentralafrika
hat sich die Zahl der bestätigten Ebola-Fälle auf fast 500 erhöht. Nach Angaben
der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Samstag gibt es in der Demokratischen Republik
Kongo nun 452 bestätigte Ebola-Infizierte, von denen 82 gestorben sind. Uganda zählt
den Angaben zufolge 19 bestätigte Infizierte, von denen zwei gestorben sind.

Im Vergleich zum
Freitag haben sich die von der WHO erfassten Ebola-Fälle damit um 100 erhöht
und die Zahl der Toten um 20. Experten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer
aus.

Anfang Mai waren
erste Infektionen in einem abgelegenen Teil des Kongo bekannt geworden. Wegen
der raschen Ausbreitung hatte die WHO Mitte Mai eine »gesundheitliche
Notlage von internationaler Tragweite« ausgerufen – ihre zweithöchste
Alarmstufe. Die Epidemie ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation noch
weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein.

Infizierter US-Arzt aus Charité entlassen

In einer positiven
Wendung ist ein in der Berliner Uniklinik Charité versorgter Ebolapatient am
Samstag nach rund zweiwöchiger Behandlung entlassen
worden. Der US-Amerikaner
hatte als Arzt im Kongo gearbeitet und sich infiziert. Das Virus konnte mit
einem PCR-Test eindeutig nachgewiesen werden. Seit dem 30. Mai seien Tests auf
das Virus bei dem Mann jedoch negativ ausgefallen. Sein Gesundheitszustand sei
wieder gut, teilte die Charité am Samstag mit.

Ebola verursacht
Fieber mit Blutungen und wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle
Ausbruch wird durch die Virusvariante Bundibugyo verursacht, gegen die es
bislang weder eine spezifische Behandlung noch einen zugelassenen Impfstoff
gibt.

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Was ist Ebola?

Ebola ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Viren der Gattung Ebolavirus ausgelöst wird. Es gibt mehrere Spezies des Virus, darunter Zaire, Sudan und Bundibugyo. Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo wird vom selteneren Bundibugyo-Typus ausgelöst, mit dem bisher nur zwei Ausbrüche dokumentiert waren.

Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Stuhl oder Erbrochenem von infizierten Personen übertragen. Eine Übertragung durch die Luft, wie bei Sars-CoV-2 oder der Grippe, ist für Ebola-Ausbrüche nicht dokumentiert. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome beträgt meist zwei Tage bis drei Wochen. Infizierte sind ab Symptombeginn ansteckend; das Virus kann sich jedoch auch nach dem Tod weiterverbreiten, etwa bei engem Kontakt mit Verstorbenen im Rahmen von Beerdigungsritualen. 

Wie gefährlich ist Ebola?

Zu Beginn ähneln die Beschwerden mit Fieber, Glieder- oder Muskelschmerzen und starker Müdigkeit oft anderen Virusinfektionen. Im weiteren Verlauf können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hinzukommen; schwere Verläufe können unter anderem mit Atemnot, Krampfanfällen und Organversagen einhergehen und zum Tod führen.

Ebola ist laut der Weltgesundheitsorganisation WHO in etwa der Hälfte der Fälle tödlich. Die Sterblichkeit variiert jedoch je nach Virusspezies zwischen 25 und 90 Prozent. Ebola-Bundibugyo hat mit schätzungsweise 30 bis 50 Prozent eine etwas geringere Letalität als etwa Ebola-Zaire. Entscheidend für die Überlebenschancen des Einzelnen ist eine frühe unterstützende Behandlung, insbesondere Flüssigkeits- und Elektrolytgabe sowie die Behandlung von Komplikationen.

Es gibt zugelassene Ebola-Impfstoffe, allerdings nur gegen das Zaire-Ebolavirus, jene Spezies, die sich bei den großen Ebola-Ausbrüchen 2014 und 2018 verbreitet hat. Gegen das aktuell zirkulierende Bundibugyo-Ebolavirus gibt es derzeit keinen zugelassenen Impfstoff; die Entwicklung entsprechender Impfstoffe befindet sich noch in einem frühen Stadium. Ob die bereits gegen Zaire-Ebolavirus zugelassenen Impfstoffe auch gegen Bundibugyo ausreichend schützen, ist derzeit nicht durch belastbare Daten belegt.