Das Projekt „In-Situ“ startet in Tunesien und unterstreicht die Stärke der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union (EU), Tunesien und Italien – vor allem aber mit den lokalen Gemeinschaften. Dies wurde bekannt gegeben auf „Neue Agentur“, der EU-Botschafter in Tunesien, Joseph Perrone. Das von Interreg Italien-Tunesien finanzierte Projekt In-Situ verfolgt einen partizipativen Ansatz: „Bürger, Kunsthandwerker, Jugendliche und Frauen entwickeln gemeinsam kreative Tourismusprogramme, Workshops und Schulungen, um oft vernachlässigte Randgebiete aufzuwerten“, erklärt Perrone gegenüber „Nova“. Mit der Universität Palermo als Hauptpartner und dem tunesischen Tourismusministerium „bringen wir Institutionen, Privatpersonen und die Zivilgesellschaft zusammen, um echte Inklusion zu gewährleisten – von jungen Menschen ohne Ausbildung oder Beschäftigung bis hin zu Kulturschaffenden hat jeder eine Stimme“, fügt der italienische Diplomat hinzu und merkt an, dass dieses Projekt Teil einer „20-jährigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist, in die die EU 300 Millionen Euro für ein grüneres, innovativeres und stärker vernetztes Mittelmeer investiert hat“.
Eine internationale Delegation aus institutionellen Vertretern, Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten, Soziologen und Kulturfachleuten aus Tunesien und Italien wird sich vom heutigen Tag bis zum 13. Juni in Tunesien aufhalten, um den operativen Start des Projekts zu begleiten. Laut einer Mitteilung der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Manouba markiert die Mission einen neuen Meilenstein in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Tunesien und Italien mit dem Ziel, inklusive und nachhaltige Entwicklungsmodelle zu fördern. Im Zentrum der Initiative stehen die Medinas von Tunis und Zaghouan, die durch partizipative Programme, mobile Workshops, künstlerische Aktivitäten und Maßnahmen zur Aufwertung des städtischen und stadtnahen Erbes in Räume für soziale und kulturelle Experimente verwandelt werden sollen. Das Projekt basiert auf den Prinzipien der Bürgerbeteiligung, der Weiterbildung und des künstlerischen Schaffens mit dem Ziel, die Kompetenzen lokaler Akteure zu stärken, neue territoriale Dynamiken zu fördern und nachhaltige wirtschaftliche und soziale Chancen für die beteiligten Gemeinschaften zu schaffen.
In-Situ zielt außerdem darauf ab, die Rolle der Kultur als strategischen Hebel für die lokale Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt in den betroffenen Gebieten zu stärken. „Für uns“, so EU-Botschafter Giuseppe Perrone abschließend, „ist Kultur sowohl Erbe als auch Chance, und nur gemeinsam können wir sie zu einem Instrument für gemeinsames Wachstum machen.“
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