„Werden wir nicht erlauben“
Gates will Rohstoffe – Museum stellt sich quer
16.06.2026 – 19:43 UhrLesedauer: 3 Min.
Bill Gates investiert in Rohstoff-Startup und hofft auf politischen Beistand. (Quelle: PA Images/imago-images-bilder)
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Die Demokratische Republik Kongo verfügt über gewaltige Rohstoffmengen. Nun gibt es Streit mit der alten Kolonialmacht Belgien – wegen Bill Gates und Jeff Bezos.
Auf der Firmenhomepage lautet die Eigenbeschreibung des Unternehmens so: „Rohstoff-Exploration wissenschaftlich und reproduzierbar gestalten“, schreibt Kobold Metals. Das Startup mit Sitz im kalifornischen Berkeley hat namhafte Investoren. Microsoft-Gründer Bill Gates ist ebenso darunter wie Amazon-Verwaltungsratsboss Jeff Bezos. Die Idee der Firma: Altes Kartenmaterial soll digitalisiert werden und mit Künstlicher Intelligenz (KI) durchforstet werden. In Kombination mit Satellitendaten sollen so neue Rohstoffvorkommen geortet werden.
„Durch die Kombination modernster KI und wissenschaftlicher Datenverarbeitung mit der menschlichen Intelligenz unserer erstklassigen Experten treffen wir bessere Entscheidungen und erzielen schneller qualitativ hochwertigere Entdeckungen“, so das Unternehmen.
Überblick: Alle Entwicklungen im US-NewsblogLithium „Made in Germany“: So läuft das mit den Rohstoffen in der Pfalz
Mit der Demokratischen Republik Kongo hat Kobold Metals bereits einen Vertrag zur Erkundung besiegelt. Doch gibt es ein entscheidendes Problem. Das nötige Kartenmaterial liegt in Archiven in Belgien. Kongos frühere Kolonialmacht hält die Karten verschlossen. So schwelt ein Streit zwischen beiden Ländern. „Kongo drängt Belgien zur Freigabe von Millionen Dokumenten aus der Kolonialzeit“, titelte jetzt die „Financial Times“. Kongos Bergbauminister Louis Watum Kabamba wurde zuletzt Anfang Juni in Brüssel vorstellig.
„Ein sehr großer Teil der Rohstoffvorkommen des Landes ist noch nicht erforscht“, zitiert die „Financial Times“ einen Sprecher des Ministers. Watum Kabamba will deshalb an historische Karten ran. Doch die lagern im Afrika-Museum in Tervuren, einem Vorort von Belgiens Hauptstadt Brüssel. Dort unterbindet Museumsdirektor Bart Ouvry den Zugang zu den Archiven. „Das werden wir nicht erlauben“, so Ouvry in der belgischen Zeitung „De Standaard“.
Gewaltige Rohstoffvorkommen schlummern im Boden
Es geht um Kolonialgeschichte. Und um Milliarden. Der Kongo gilt als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Allein 70 Prozent des weltweit geförderten Kobalts stammen von dort. Auch gewaltige Lithium-Vorkommen werden vermutet, wichtig für Batterien vom Handy bis zum Elektroauto. Zudem weitere wichtige Rohstoffe für die Energiewende wie Niob, Tantal und Coltan. Daneben Kupfer, ein Metall, das derzeit wegen des Aufbaus riesiger KI-Datenzentren einen Preisboom an den Rohstoffmärkten erfährt.
Deshalb schielen viele auf den Kongo. US-Präsident Donald Trump besiegelte im Vorjahr eine strategische Rohstoff-Partnerschaft. Gates und Bezos machen mit Kobold Metals mobil. Nur das Afrika-Museum in Tervuren, das dem belgischen Staat untersteht, stellt sich quer. „Unter anderem, weil wir nicht wollen, dass die Daten allein für den kommerziellen Bergbau genutzt werden“, so Museumschef Ouvry.

