An einem warmen Morgen im Frühjahr sitzt Christiana unter einem Holzunterstand. Ruhig und bestimmt erzählt die würdevolle 72-Jährige aus ihrem Leben in Bolgatanga. Hier, im Norden von Ghana, berichtet sie mit der Erfahrung einer Frau, die sich ihren Platz in der Gesellschaft hart erarbeitet hat. Als erste oberste Königinmutter des Bongo-Bezirks setzt sie sich seit fast zwanzig Jahren dafür ein, traditionelle Vorstellungen zu hinterfragen, die Frauen seit Generationen zum Schweigen brachten.

„Als wir aufgewachsen sind, hat man uns beigebracht, dass der beste Platz für eine Frau die Küche ist. Das stimmt aber nicht“, widerspricht Christina. „Frauen können wichtige Beiträge zu Entscheidungen leisten, Probleme in der Gemeinschaft lösen und gemeinsam daran arbeiten, unsere Gesellschaft sozial, wirtschaftlich und moralisch zu stärken.“

Gesellschaftlicher Ausschluss als alltägliche Erfahrung

Ihr Weg in diese Führungsrolle begann lange bevor sie sich selbst als Führungspersönlichkeit sah. Viele Jahre arbeitete Christiana bei der Bildungsbehörde des westafrikanischen Landes, bis sie 2015 in den Ruhestand ging. Durch ihre Arbeit war sie eng in das Leben der Gemeinschaft eingebunden. Trotzdem hatte sie oft keinen Zugang zu wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens und wurde von Entscheidungen ausgeschlossen.