Die beiden weltgrößten Flugzeughersteller, Airbus und Boeing, starten gleichzeitig Personalentwicklungsprogramme in Ost- und Westafrika, um dem Kontinent bei der Bewältigung seines Arbeitskräftemangels in der Luftfahrtindustrie zu helfen.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage nach Flugreisen in Afrika in den kommenden Jahren voraussichtlich weiterhin rasant wachsen wird, was einen erheblichen Druck auf die Ausbildung von Piloten, Ingenieuren und Flugbegleitern ausüben wird.
Boeings 20-jährige Marktprognose geht davon aus, dass der Kontinent rund 63.000 neue Luftfahrtfachkräfte benötigen wird, darunter 19.000 Piloten, 24.000 Flugbegleiter und 20.000 Techniker, während sich im gleichen Zeitraum Möglichkeiten für kommerzielle Luftfahrtdienstleistungen im Wert von rund 235 Milliarden US-Dollar ergeben.
Boeing ist überzeugt, dass die Flottenerweiterung, das Passagierwachstum und die Entwicklung sowohl nationaler als auch internationaler Streckennetze die Humanressourcen zu einem entscheidenden Faktor für die nachhaltige Entwicklung der afrikanischen Luftfahrtindustrie machen werden.
Airbus baut seinerseits sein Ausbildungsnetzwerk in Afrika durch akademische Partnerschaften und Schulungsprogramme in den Bereichen Flugbetrieb, Wartung und technische Fertigkeiten aus.
Ein bemerkenswertes Beispiel ist das von der Airbus Flight Training Academy in Partnerschaft mit Tunesien durchgeführte Pilotenausbildungsprogramm, das voraussichtlich jährlich über 80 Auszubildende schulen wird. Parallel dazu unterstützen spezialisierte Ausbildungszentren wie die Airbus Helicopter Training Academy in Südafrika weiterhin die Weiterbildung von Piloten und Technikern in der Region.
Boeing verfolgt derweil einen umfassenderen Ansatz und integriert Berufsausbildung, digitale Kompetenzen und die Vorbereitung junger Menschen auf den Arbeitsmarkt in verschiedenen afrikanischen Ländern.
Die Programme in Kenia, Nigeria und Togo sind darauf ausgelegt, nicht nur direkte Arbeitsplätze in der Luftfahrtindustrie zu schaffen, sondern auch eine Grundlage in den Bereichen MINT, Kundenservice, digitale Technologien und Unternehmertum für die jüngere Generation zu legen.
Beobachter gehen davon aus, dass die verstärkten Investitionen von Airbus und Boeing in die Ausbildung die Realität widerspiegeln, dass Afrika sein Wachstumspotenzial im Luftfahrtsektor nicht voll ausschöpfen kann, wenn es nicht über ein ausreichend robustes Arbeitskräfte-Ökosystem verfügt.
Da viele afrikanische Fluggesellschaften immer noch stark auf im Ausland ausgebildetes Personal angewiesen sind, wird von den neuen Programmen erwartet, dass sie die technischen Fähigkeiten schrittweise lokalisieren, die Betriebskosten senken und die Selbstständigkeit der afrikanischen Luftfahrtindustrie mittel- und langfristig erhöhen.
Quelle: https://www.vietnamplus.vn/airbus-va-boeing-day-manh-dao-tao-nhan-luc-hang-khong-tai-chau-phi-post1119537.vnp