Vor gut einem Jahr kündigte Botswanas Präsident Mokgweetsi Masisi an, 20.000 Elefanten nach Deutschland „abzuschieben“ – als Reaktion auf den Streit mit den Grünen um legalen Jagdtrophäenhandel. Nun ist eine neue Bundesregierung im Amt, und das Angebot gilt weiterhin.
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bei einem Treffen mit der „Bild“-Zeitung im Berliner „Titanic Hotel“ bekräftigte Masisi gemeinsam mit Botswanas Botschafter John-Thomas Dipowe: „Die Bundesregierung sollte sich vorbereiten, unsere Elefanten zu empfangen“, zitiert ihn die Zeitung. In dem afrikanischen Land gibt es nach wie vor zu viele Elefanten.
Masisi fragt Merz: Wollen Sie unsere Elefanten?
Masisi richtet sich direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): „Herr Merz, wollen Sie die 20.000 Elefanten? Wenn Deutschland die ersten fünf nimmt, ist das ein guter Anfang.“ Die Bedingung bleibt: Die Tiere müssen sich frei bewegen können, so wie in ihrer Heimat. Masisi zeigt sich offen für eine neue Phase der Zusammenarbeit und kritisiert zugleich die Grünen scharf: „Grüne Ideologie hat mit der Realität nichts zu tun.“
Nach eigenen Angaben baten ihn die damaligen grünen Ministerinnen Steffi Lemke und Annalena Baerbock hinter verschlossenen Türen, die Pläne nicht weiter zu verfolgen – aus Sorge vor parteipolitischem Schaden, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Doch Masisi bleibt standhaft: „Wir lassen uns nichts aufzwingen. Wir Afrikaner sind keine Menschen zweiter Klasse.“ Merz hingegen bescheinigt er Respekt im Umgang mit afrikanischen Interessen.
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Botswana fordert Debatte über legalen Elfenbeinhandel
Neben der Elefanten-Debatte bringt Botswana eine neue Forderung ein: die Freigabe des legalen Elfenbeinhandels. Masisi begründet dies mit den hohen Lagerkosten und der wertlosen Lagerung des „weißen Goldes“: „Warum dürfen wir unser eigenes Elfenbein nicht verkaufen? Es ist Zeit, zurückzugeben. Wir wollen Handel treiben!“ Botswana sieht sich dabei als ethisches Vorzeigeland im Artenschutz.

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Allerdings ist der internationale Handel mit Elfenbein derzeit verboten. Auf Anfrage der „Bild“-Zeitung teilte das Bundesumweltministerium mit, dass bislang kein konkreter Antrag dazu vorliege. Ein Sprecher betonte: „Die Bundesregierung würdigt die Erfolge beim Artenschutz – insbesondere in Ländern wie Botswana und Namibia.“ Die bilateralen Beziehungen bezeichnete er als „herzlich und produktiv“.