Die Bischöfe der Demokratischen Republik Kongo sind schockiert über das Todesurteil für den ehemaligen Präsidenten des Landes, Joseph Kabila. In einer gemeinsamen Erklärung lehnen sie dass von einem Militärgericht am 30. September verhängte Urteil ab.
„Es gibt keine Geschichte, die so sehr von Enttäuschung oder Sünde geprägt ist, dass sie nicht von Hoffnung heimgesucht werden könnte.“
Kabila regierte das Land bis 2019; drei Jahre nach seinem Machtverlust ging er ins Exil, kehrte aber unlängst über den Osten des Landes, in dem Bürgerkrieg herrscht, zurück. Dabei stellte er sich offenbar auf die Seite der Rebellenbewegung M23. Das Urteil wegen Hochverrats gegen ihn erging in seiner Abwesenheit.
„Die Todesstrafe ist mit dem Evangelium nicht vereinbar und fördert nicht den nationalen Zusammenhalt“, erklären die Mitglieder der kongolesischen Bischofskonferenz. Sie zeigen sich in ihrer Erklärung „schockiert über das Urteil“. Es sei ein Rückschritt und stehe „im Widerspruch zum Schutz des Lebens und den Werten des Evangeliums“. Bereits im letzten Jahr haben sich die Bischöfe gegen das Wiederinkrafttreten der ausgesetzten Todesstrafe ausgesprochen. Sie erinnerten daran, dass die Todesstrafe auch mit der kongolesischen Verfassung unvereinbar sei, weil diese die Heiligkeit des menschlichen Lebens anerkenne.
„Die Todesstrafe ist mit dem Evangelium nicht vereinbar und fördert nicht den nationalen Zusammenhalt“
Das Todesurteil gegen Kabila steht, so formulieren die Bischöfe, dem Wunsch, Frieden und nationalen Zusammenhalt im Land wiederherzustellen, entgegen.
(fides – lyk)