Die Hilfsmaßnahmen in der Demokratischen Republik Kongo seien „in vollem Gange“, teilt Markus Bremers, Pressesprecher von Action Medeor, mit. „In den Gesundheitseinrichtungen der Ebola-Region kommen Schutzanzüge, Masken und Handschuhe, Sprühgeräte und Desinfektionsmittel, kontaktlose Stirn-Fieberthermometer und Handwasch-Stationen von Action Medeor zum Einsatz“, erklärt er. Und in Deutschland bereite das Vorster Hilfswerk bereits weitere Maßnahmen vor, um die Ausbreitung des Virus und das Leiden von Menschen zu mindern. Möglich seien diese und andere Maßnahmen auch aufgrund einer Großspende des Unternehmers Stefan Quandt, der Action Medeor mit 500.000 Euro unterstützt habe.

„Diese Spende war ausschlaggebend dafür, dass wir unseren Beitrag zum Schutz der Menschen vor Ebola in der Demokratischen Republik Kongo nochmal verstärken konnten“, erläutert Angela Zeithammer, Vorständin von Action Medeor. „Ohne diese Unterstützung hätten wir viele unserer Hilfsmaßnahmen in dieser Form nicht umsetzen können, daher sind wir Stefan Quandt für sein Engagement sehr dankbar.“

Bereits 2014 hatte der Unternehmer, wie das Hilfswerk weiterhin informiert, Action Medeor in erheblichem Umfang bei der Durchführung von Hilfsmaßnahmen gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika unterstützt. Dass eine solche Hilfe aktuell auch für die Demokratische Republik Kongo weiter notwendig sei, belegten die jüngsten Zahlen. Inzwischen gebe es in der Region mehr als 950 bestätigte Infektionsfälle, rund 250 Menschen seien an dem Virus bereits gestorben. „Hinter diesen Statistiken verbergen sich erhebliche familiäre Tragödien“, sagt der Arzt Joseph Kasanda. Nach Angaben von Action Medeor ist er vor Ort, um die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Gerade sei er in Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri, die das Zentrum der Epidemie bildet, gewesen, um dort Lagermöglichkeiten für Hilfsgüter zu organisieren. Er spreche in diesen Tagen viel mit Ärzten, dem Pflegepersonal und den Menschen auf der Straße. Und er berichte von besorgniserregenden Zuständen.

Kasanda: „Es gibt viel mehr Tote als sonst, das ist für alle spürbar. Die Teams, die die Verstorbenen sicher und würdig beerdigen sollen, sind überlastet. Es dauert zum Teil mehrere Tage, bis die Leichname beerdigt werden.“ Vor allem das Gesundheitspersonal sei hohen Infektionsgefahren ausgesetzt. „Die Menschen haben Angst, pure Angst. Manche Familien haben innerhalb weniger Tage mehrere Angehörige verloren.“

Das Medikamentenhilfswerk kündigt an, die Unterstützung von Gesundheitsstationen in den Bereichen Infektionsschutz, Desinfektion, Diagnose und Behandlung nun noch verstärken und zusätzlich Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung ergreifen zu wollen. „Für Action Medeor geht es jetzt darum, zur Eindämmung der Epidemie beizutragen, aber auch die Gemeinden und die Gesundheitseinrichtungen in der Region nachhaltig zu stärken“, sagt Vorständin Angela Zeithammer.