Ein Zyklon hat auf der Insel Madagaskar im Indischen Ozean mindestens 20 Menschen das Leben gekostet. Der tropische Wirbelsturm „Gezani“ zog mit Windgeschwindigkeiten von knapp 200 Kilometern pro Stunde über die Insel hinweg, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Das Nationale Amt für Risiko- und Katastrophenmanagement erklärte, mehrere Menschen seien bei Gebäudeeinstürzen ums Leben gekommen. Mindestens 33 Menschen seien verletzt worden. Mehr als 2.700 Menschen wurden laut der Behörde in Sicherheit gebracht, 15 wurden vermisst.
Der Zyklon traf in der östlichen Stadt Toamasina, dem wichtigsten Hafen der Insel, auf Land und richtete schwere Schäden an, wie Anwohner der Nachrichtenagentur AP berichteten. Dort wurden auch die meisten Todesopfer registriert. Präsident Michael Randrianirina, der im Oktober durch einen Militärputsch an die Macht gekommen war, besuchte Toamasina, um sich ein Bild von den Schäden zu machen und mit den Betroffenen zu sprechen, wie Videos auf der Facebook-Seite seines Büros zeigen.
In Videoaufnahmen waren auch überflutete Wohngebiete, Häuser und Geschäfte mit herausgerissenen Fenstern und abgedeckten Dächern sowie umgestürzte Bäume und Trümmer auf den Straßen zu sehen. Randrianirinas Büro teilte mit, dass rund 75 Prozent der städtischen Infrastruktur beschädigt oder zerstört worden seien. Strom gab es in Toamasina seit Dienstag nicht mehr.
Laut Prognosen sollte „Gezani“ am Mittwoch von Osten nach Westen über Madagaskar ziehen. Mit dem Auftreffen auf Land schwächte sich der Zyklon zu einem tropischen Sturm mit Windgeschwindigkeiten von gut 100 Kilometern pro Stunde ab. Das Sturmzentrum zog etwa 100 Kilometer nördlich an der Hauptstadt Antananarivo vorbei; für die Region galt eine Hochwasserwarnung.
Erst vor zwei Wochen hatte der Wirbelsturm „Fytia“ auf Madagaskar 14 Menschen das Leben gekostet. 85.000 Menschen mussten aus ihren Häusern flüchten.