DR Kongo offensiv harmlos

Mit zwei Erfolgserlebnissen begann für Kolumbien und die DR Kongo die WM: Während die Südamerikaner allen voran dank Torschütze und Vorbereiter Luis Diaz mit einem 3:1 gegen Usbekistan ins Großereignis starteten, setzten die Leoparden ein Ausrufezeichen gegen einen Mitfavoriten. Cristiano Ronaldo und Portugal trotzen die Zentralafrikaner ein 1:1 ab – der erste eigene Treffer und Punkt bei der zweiten WM-Teilnahme.

Dementsprechend verzichteten sowohl Kolumbiens Trainer Nestor Lorenzo als auch sein Kollege an der Seitenlinie der Kongolesen, Sebastien Desabre, auf Veränderungen in ihren Startformationen. In Guadalajara, das fest in der Hand der zahlreich mitgereisten kolumbianischen Fans war, spielten zu Beginn nur die Kolumbianer. In den ersten 20 Minuten lieferten sich La Tricolor allen voran ein Privatduell mit Keeper Mpasi.

Bereits nach vier Minuten setzte Munoz nach einer starken Parade des 31-Jährigen den Abpraller nur ans Außennetz (4.), ehe der Außenverteidiger dann bei seinem vermeintlichen Treffer im Abseits stand (6.). Und auch in der Folge wurde Mpasi fleißig warmgeschossen: Auch James (11.), der mit seinem zehnten Einsatz zum geteilten WM-Rekordspieler wurde, Luis Diaz (16.) und Puerta verzweifelten am Keeper (19.).

Die Führung für La Tricolor schien nur eine Frage der Zeit – nach der Trinkpause sollten die bis dato dominanten Kolumbianer allerdings ihren Faden verlieren. Die DR Kongo verteidigte nun engmaschig mit einer Vierer- vor einer Fünferkette und traute sich mit laufender Spieldauer aus dieser Ordnung auch vereinzelt aus seinem Schneckenhaus – allerdings ohne dabei zu nennenswerten Chancen zu kommen. Einzig als Bakambu eine Halbfeldflanke nur um Zentimeter verpasste (43.), wurde es latent gefährlich. So ging es mit einem torlosen Remis in die Pause.

Munoz erlöst Kolumbien

Wie die erste Hälfte startete schließlich die zweite: Luis Diaz scheiterte an der nächsten grandiosen Parade von Mpasi, ehe im Anschluss Arias den rechten Pfosten hauchzart verfehlte (50.). Ansonsten sollte es jedoch ein zerfahrenes Spiel bleiben, bei dem immer wieder kleine Fouls den Spielfluss unterbrachen.

So dauerte es bis zur 76. Minute, bis der aktive Rechtsverteidiger Munoz die Kolumbianer erlöste. Unhaltbar abgefälscht traf er ins rechte untere Eck. Trotz Vorsprung waren es weiter die Kolumbianer, die das Spiel beherrschten. Luis Diaz‘ Treffer erhielten wegen eines Fouls (79.) und einer Abseitsstellung (81.) aber zu Recht keine Anerkennung. Deshalb blieb es bis in die Nachspielzeit spannend. In dieser durfte sich der kolumbianische Keeper Vargas gegen einen Distanzschuss von Mbuku auszeichnen (90.+1), dann stand ein verdienter 1:0-Sieg der Kolumbianer zu Buche.

Damit qualifizieren sich die Südamerikaner bereits vorzeitig für das Sechzehntelfinale und treffen in einem Spiel um den ersten Platz in Gruppe K am letzten Spieltag auf Portugal. Parallel dazu kann die DR Kongo in der Nacht zu Sonntag (1.30 Uhr MESZ) mit einem Sieg gegen Usbekistan höchstwahrscheinlich ebenfalls das Ticket für die K.-o.-Runde buchen.