Die katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan fordern die sofortige Rettung und Freilassung von 39 Schülern und sieben Lehrern, die Mitte Mai bei einem Überfall bewaffneter Banditen auf Schulen im Verwaltungsbezirk Oriire im Bundesstaat Oyo entführt worden sind.

Nigeria: Aufrufe gegen die zunehmende Unsicherheit

In Nigeria wächst die Sorge über die anhaltende unsichere Lage im Land: Kirchenvertreter und muslimische Führer schlagen Alarm und rufen zu entschlossenem Handeln sowie verstärktem …

In einer Erklärung beklagen fünf Bischöfe die anhaltende Gefangenschaft der Entführten und verurteilen die ihrer Meinung nach mangelnde Fähigkeit der Regierung, der zunehmenden Unsicherheit Einhalt zu gebieten. „Es ist nun schon über einen ganzen Monat her, seit 39 Schüler und sieben Lehrer entführt wurden“, so die Bischöfe in ihrer Stellungnahme mit dem Titel „Zu lange fort, bringt sie jetzt nach Hause“.

Die Bischöfe weisen vor allem auf die Notlage einiger der jüngsten Opfer, darunter auch zweijährige Kinder, hin: „Diese Kinder, die kaum verstanden haben, was mit ihnen geschehen ist, leben nun seit über einem Monat unter den härtesten Bedingungen, ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Ernährung und den Unbilden des Waldes völlig schutzlos ausgeliefert“, so die Bischöfe.

Nigeria: Dutzende von Schulkindern entführt

Bewaffnete haben am Freitag in der Stadt Mussa im Nordosten Nigerias 42 Schulkinder entführt. Das berichtet die BBC unter Berufung auf Lehrer und Anwohner.

Erinnerung an die Massenentführung von Schülerinnen 2014 in Chibok

In der Erklärung wird kritisch vermerkt, dass sich die Sicherheitslage in ganz Nigeria trotz wiederholter Zusicherungen sowohl der Bundes- als auch der Landesbehörden weiter verschlechtert. „Wir katholischen Bischöfe der Kirchenprovinz Ibadan können daher nicht länger einfach schweigen. Niemand verdient die unerträgliche Last, die schmerzliche Trauer und das unaussprechliche Leid, das den Familien und Angehörigen aller Entführten damit zugefügt wird.“

Die Bischöfe erinnern an die Massenentführung von 2014: Damals wurden 276 Mädchen aus einer staatlichen Mädchenschule in Chibok im Nordosten des Bundesstaates Benue verschleppt. Die Entführung vom 15. Mai 2026 dürfe jetzt nicht zu einer weiteren ungelösten Tragödie werden. „Wir stellen mit Schmerz fest, dass viele von ihnen auch so viele Jahre später noch immer nicht frei sind. Wir appellieren daher eindringlich an die Regierung des Bundesstaates Oyo und sogar an die Bundesregierung, im Namen alles Guten dafür zu sorgen, dass dies nicht das Schicksal der Entführten aus Oriire sein darf“, so die Bischöfe.

Ausdrücklich warnen sie vor Programmen zur Wiedereingliederung von „reumütigen Banditen“ in die Gesellschaft und in Sicherheitsbehörden. Sie argumentieren, dass solche Bemühungen die Gerechtigkeit untergraben, solange die Opfer und ihre Familien vernachlässigt bleiben. „Gerechtigkeit, Transparenz und Rechenschaftspflicht erfordern, dass Banditen, Entführer und ihre Unterstützer entschlossen und zügig mit der ganzen Härte des Gesetzes bestraft werden.“

(aciafrica – sk)