Eine ironische Situation.
Die Erweiterung des Turniers auf 48 Mannschaften und die komplexen Änderungen am K.-o.-System führten ungewollt zu vielen ungewöhnlichen taktischen Manövern. So war beispielsweise Argentinien in Gruppe J der Gruppensieg bereits sicher, nachdem es Österreich und Algerien in den ersten beiden Spielen deutlich besiegt hatte.
Laut Reglement entscheidet bei Punktgleichheit zweier Teams zunächst der direkte Vergleich über die Platzierung. Da Argentinien gegen beide Mannschaften gewonnen hat, besteht theoretisch noch die Chance, die gleiche Punktzahl von 6 Punkten wie Argentinien zu erreichen. Somit steht Messis Team der erste Platz sicher.
In Gruppe J spitzt sich das Rennen um Platz zwei und drei erst jetzt richtig zu. Österreich und Algerien haben nach einem Sieg und einer Niederlage jeweils drei Punkte. Österreich liegt vorübergehend auf dem zweiten Platz, da die Tordifferenz mit 0 Toren etwas besser ist als die von Algerien mit -2.
Doch in Wirklichkeit schienen weder Österreich noch Algerien an einem Kampf um den zweiten Platz interessiert zu sein. Möglicherweise hätten sie den dritten Platz bevorzugt (acht von zwölf drittplatzierten Mannschaften mit den besten Bilanzen qualifizieren sich für das Achtelfinale, und sowohl Österreich als auch Algerien haben gute Chancen auf das Weiterkommen, selbst wenn sie Dritter werden).
Gewinnt Österreich, festigt es mit 6 Punkten den zweiten Platz. Algerien hingegen bleibt bei 3 Punkten und negativer Tordifferenz stehen. In diesem Fall droht dem nordafrikanischen Team das Ausscheiden. Gewinnt Algerien hingegen, rutscht Österreich auf den dritten Platz ab. Nun heißt es für die Europäer abwarten, ob ihre 3 Punkte und die negative Tordifferenz für die Play-offs reichen.
Österreich möchte Spanien vermutlich meiden.
Bei einem Unentschieden – dem sogenannten „Wunschszenario“ – beendet Österreich die Gruppenphase mit 4 Punkten und sichert sich den zweiten Platz. Algerien hätte ebenfalls 4 Punkte und würde Dritter werden. Laut Optas Wahrscheinlichkeitssimulation liegt die Wahrscheinlichkeit, dass das Team mit 4 Punkten auf dem dritten Platz weiterkommt, bei 99 %.
Aus der obigen Analyse geht hervor, dass ein Ergebnis zwischen Unentschieden und Sieg die sicherste Option ist. Österreich und Algerien sollten jedoch vorsichtig sein, nicht zu gewinnen. Laut FIFA-Turnierplan trifft der Zweitplatzierte der Gruppe J in der Runde der letzten 32 auf den Sieger der Gruppe H.
Das könnte Sie interessieren
Japan erwägt die Überarbeitung wichtiger Sicherheitsdokumente.Die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) und ihr Koalitionspartner, die Japanische Innovationspartei (JIP), haben der Regierung Vorschläge zur Aktualisierung dreier wichtiger nationaler Sicherheitsdokumente unterbreitet und dabei die Notwendigkeit betont, die Fähigkeiten zur Reaktion auf neue Formen der Kriegsführung unter Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) und Drohnen zu verbessern.

Angesichts ihrer aktuellen Form und Stärke dürfte Spanien den Gruppensieg in Gruppe H wohl nicht mehr aus der Hand geben – schließlich sind sie die Titelverteidiger der EURO 2024 und führen derzeit souverän die Weltrangliste an. Im letzten Gruppenspiel reicht Spanien gegen Uruguay, ein Team, das seit Turnierbeginn enttäuscht hat, ein Unentschieden, um sich den Gruppensieg zu sichern.
Sobald Österreich und Algerien den dritten Platz erreichen, treffen sie im San Francisco Stadion auf die USA . Obwohl die US-Mannschaft beeindruckend spielt und Heimvorteil genießt, ist sie im Vergleich zum europäischen Giganten ein deutlich leichterer Gegner. Für Österreich und Algerien, deren Abwehrreihen eher wackelig sind, wäre ein Spiel gegen La Roja zu diesem Zeitpunkt eine unmögliche Aufgabe.
Daher kann man mit Sicherheit sagen, dass sowohl Algerien als auch Österreich ein Unentschieden anstreben, um beide weiterzukommen. Insbesondere für Algerien wäre ein Unentschieden optimal. Sie würden sich den Einzug in die nächste Runde sichern und gleichzeitig Spanien knapp vermeiden.
Algerien könnte durchaus einfach nur ein Unentschieden anstreben. Algerien war einst ein Opfer.
Bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien sorgte die algerische Nationalmannschaft weltweit für Furore, indem sie Titelanwärter Westdeutschland in ihrem Auftaktspiel mit 2:1 besiegte. Zu Beginn der finalen Gruppenphase hatte Algerien bereits alle Spiele absolviert, zwei Siege errungen und hegte große Hoffnungen auf das Weiterkommen.
Sie mussten nur noch auf ein positives Signal aus dem letzten Gruppenspiel, der Begegnung zwischen Westdeutschland und Österreich, warten. Dann war die Situation klar. Bei einem 1:0- oder 2:0-Sieg Westdeutschlands gegen Österreich würden beide europäischen Mannschaften gemeinsam weiterkommen (dank des besseren Torverhältnisses im Vergleich zu Algerien). Bei einem Unentschieden oder Sieg Österreichs würde Westdeutschland ausscheiden.
Und das schlimmstmögliche Szenario für Algerien trat in Gijón ein. Bereits nach zehn Minuten erzielte Horst Hrubesch den Führungstreffer für Westdeutschland. In den verbleibenden 80 Minuten spielten beide Mannschaften… überhaupt keinen Fußball mehr. Die Spieler spielten den Ball nur noch planlos in der eigenen Hälfte hin und her. Es gab keine Antritte, keine Zweikämpfe, keine Versuche, den Spielstand zu ändern.
Das Spiel endete 1:0. Westdeutschland und Österreich zogen in die nächste Runde ein und warfen Algerien unter großem Protest aus dem Turnier. Die internationale Presse sprach vom „Skandal von Gijón“, und dieser Vorfall zwang die FIFA zu einer Regeländerung: Alle Spiele der letzten Gruppenrunde mussten zeitgleich stattfinden.
Strategien für weitere Fortschritte
Das könnte Sie interessieren
Ein aktuelleres Beispiel für die „Angst vor dem Sieg“ ereignete sich in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2018. Vor dem letzten Spieltag der Gruppe G hatten sowohl England als auch Belgien mit jeweils sechs Punkten bereits die Qualifikation geschafft. Das Problem lag jedoch im extrem ungleichen K.o.-System.
Das Team, das in Gruppe G den ersten Platz belegt, landet in der sogenannten „Todesgruppe“ mit Schwergewichten wie Brasilien, Frankreich, Argentinien und Portugal. Das zweitplatzierte Team hingegen kommt in eine deutlich leichtere Gruppe mit Gegnern wie Schweden, Kolumbien oder der Schweiz.
In Anbetracht dessen schonten sowohl Englands als auch Belgiens Trainer, Gareth Southgate und Roberto Martínez, ihre Schlüsselspieler und schickten B-Elf auf die Bank. Die Partie verlief schleppend und ereignisarm, da keine der beiden Mannschaften viel Offensivdrang zeigte. Erst ein Geniestreich von Adnan Januzaj brachte den Siegtreffer. Belgien gewann 1:0 und sicherte sich damit den Gruppensieg. England hingegen konnte sich trotz der Niederlage über den zweiten Platz freuen.
Die Geschichte gab England später Recht mit seiner Strategie. Sie erreichten das Halbfinale, während Belgien sich in entscheidenden Spielen gegen Japan und Brasilien verausgaben musste, bevor es gegen Frankreich ausschied. Österreich und Algerien kamen zwar nicht so weit, aber eine ähnliche Strategie könnte ihnen dennoch mehr Selbstvertrauen geben.

Quelle: https://tienphong.vn/vi-sao-ao-va-algeria-se-khong-muan-thang-o-tran-cuoi-vong-bang-world-cup-post1854486.tpo