Tunesien bleibt punktlos
Für Tunesien war der Traum vom Weiterkommen bereits mit dem 0:4 gegen Japan geplatzt – der erhoffte Effekt beim Trainerwechsel zu Hervé Renard ist nicht eingetreten. Im sportlich bedeutungslosen Abschiedsspiel rückten Ben Hamida, Khedira, Gharbi und Mastouri für Bronn, Rekik, Saad und Tounekti in die Startelf.
Die Niederländer hingegen gingen als Spitzenreiter ins finale Gruppenspiel, nachdem sie auf das 2:2 gegen Japan einen 5:1-Kantersieg gegen Schweden folgen gelassen hatten. Der Gruppensieg war das klare Ziel, weshalb Ronald Koeman auf Experimente verzichtete. Die einzige Änderung erfolgte in Person von Aké, der statt van de Ven begann.
Perfekter Start für die Niederlande
Gegen Oranje, das in den ersten zwei Partien satte sieben Tore erzielt hatte, setzte Renard auf ein defensives 5-4-1-System. Den erhofften Erfolg brachte dieses allerdings nicht, denn schon nach drei Minuten zappelte der Ball erstmals im tunesischen Netz. Eine scharfe Dumfries-Flanke lenkte Skhiri unfreiwillig in die eigenen Maschen.
Die „Adler von Karthago“ wirkten in der Anfangsphase hilflos – und mussten kurze Zeit später einem Zwei-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Eine Freistoßhereingabe verlängerte van Dijk an den zweiten Pfosten, wo Brobbey goldrichtig stand und souverän einnetzte (7.). Für den Stürmer war es bereits der dritte Treffer im laufenden Turnier.
Fast jeder Oranje-Spieler probiert es mal – 2:0 zur Pause
Es war ein dominanter Auftritt der Niederländer, die nur gelegentlich tunesische Torannäherungen wie die von Ben Slimane (13.) zuließen. Dass nach rund einer halben Stunde mit Ausnahme von van Dijk und Aké jeder niederländische Feldspieler einen Schussversuch abgegeben hatte, passte ins Gesamtbild.
Trotz der großen Überlegenheit konnte sich Oranje bis zur Pause allerdings keine weiteren wirklich zwingenden Gelegenheiten herausspielen. Da es in der letzten Aktion zumeist an der nötigen Entschlossenheit gemangelt hatte, ging die Koeman-Elf mit dem verdienten 2:0-Vorsprung in die Kabinen.
Tunesien trifft zum Anschluss
Obwohl der Regen stark zugenommen hatte, blieb die im Vorfeld befürchtete Extra-Spielunterbrechung aus. Stattdessen legten die Niederländer nach dem Wiederanpfiff gleich vielversprechend los, scheiterten aber am kurz vor der Linie rettenden Skhiri (51.).
Mehr Glück hatten auf der Gegenseite die Tunesier, die in der 54. Minute tatsächlich für den Anschluss sorgten. Ein Hannibal-Eckball landete bei Mastouri, der platziert ins linke Eck einköpfte. Der anvisierte Gruppensieg der Niederländer geriet zwischenzeitlich noch einmal ins Wanken.
Oranje schlägt schnell zurück und feiert Gruppensieg
Allzu große Zweifel sollten allerdings nicht aufkommen – auch deshalb, weil van Hecke nur kurz darauf den alten Abstand wiederherstellte. Der aufgerückte Innenverteidiger verlängerte eine Ecke von Reijnders mit dem Kopf ins lange Eck und überwand dabei auch Ben Slimane, der den Einschlag noch verhindern wollte (62.).
Die Niederlande arbeiteten auch in der Folge daran, den Spielstand noch deutlicher ausfallen zu lassen – ohne Erfolg. So hatte sich unter anderem Reijnders mit einem Latten- und einem wuchtigen Rechtsschuss (66./69.) vielversprechend angenähert.
Die Niederländer sicherten sich damit den Gruppensieg, der zugleich also im Sechzehntelfinalduell mit Marokko (Dienstag, 3 Uhr) resultierte. Tunesien verabschiedete sich letztlich doch noch mit Anstand aus dem Turnier. Während Schweden durch das 1:1 gegen Japan als Gruppendritter weiterkam, seinen Gegner aber noch abwarten muss, treffen die „Samurai Blue“ in der K.-o.-Runde auf Brasilien (Montag, 19 Uhr).