Deutschland will dem Sudan weitere 20 Millionen Euro an Hilfen bereitstellen. Das kündigte das deutsche Entwicklungsministerium vor der am Mittwoch stattfindenden Sudankonferenz in Berlin an. Weitere Finanzierungen seien derzeit in Prüfung, hieß es. Nach Angaben des Ministeriums hatte Deutschland Ende 2025 rund 155 Millionen Euro an Hilfen für den Sudan organisiert, diese würden nun um 20 Millionen Euro erweitert.

Zum dritten Jahrestag des Kriegs organisiert Deutschland gemeinsam mit der EU, Großbritannien und den USA am Mittwoch eine internationale Sudankonferenz. Dort sollen Aufmerksamkeit sowie mehr Hilfe für die Bevölkerung generiert und Wege aus dem Krieg besprochen werden. Außenminister Johann Wadephul mahnte im Voraus, die »große humanitäre Katastrophe in Afrika darf nicht vergessen werden«. Ziel sei es, die eine Milliarde US-Dollar, die letztes Jahr bei einer ähnlichen Konferenz in London erzielt wurde, zu übertreffen.

Der UN-Sondergesandte für den Sudan, Pekka Haavisto, sagte, die Konferenz sei entscheidend für die humanitäre Hilfe im Sudan. Das Treffen in Berlin sei jedoch auch eine »exzellente Gelegenheit«, um für eine humanitäre Waffenruhe einzustehen, damit Hilfe zu den Menschen gebracht und der Krieg beendet werden könne, sagte Haavisto.

IRC fordert mehr Geld für den Sudan

Mit 33 Millionen Menschen sind im Sudan zwei Drittel der Bevölkerung auf externe Hilfe angewiesen. In dem Land herrscht eine Hungersnot. Hilfsorganisationen warnen zudem vermehrt vor massiver Gewalt gegen Zivilistinnen und Zivilisten: »Die Gewalt hat ein Ausmaß erreicht, das uns sehr erschrecken lässt«, sagte Helena Lüer, politische Beraterin der Hilfsorganisation IRC Deutschland.

© Lea Dohle

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In vielen Teilen des Landes eskaliere die Lage derzeit weiter, während eine Waffenruhe nicht in Sicht sei. Humanitäre Organisationen müssten frei arbeiten können, um den Menschen zu helfen. Allerdings sei die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, vor allem lokale Helferinnen und Helfer würden zudem regelmäßig Opfer von Gewalt.

IRC fordert »diplomatischen Druck«

Es brauche daher »diplomatischen Druck auf die Sponsoren der Konfliktparteien, um beim humanitären Zugang voranzukommen«, sagte Lüer. Da in Berlin keine Vertreter der Kriegsparteien anwesend seien, sollten Länder wie etwa Ägypten oder die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) helfen. »Es gibt sehr gute Verbindungen, die für humanitäre Zwecke genutzt werden sollten«, sagte Lüer. Ägypten unterstützt in dem Krieg die sudanesische Armee, die VAE die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) – teilweise auch direkt mit Waffenlieferungen.

Lüer forderte zudem deutlich mehr Geld für die humanitäre Hilfe. »Insbesondere erhoffen wir uns von der Bundesregierung, dass sie ihre Zusagen deutlich aufstockt«, sagte sie. Etwa für Schutzprogramme, die unter anderem Betroffene von sexualisierter Gewalt unterstützen. Die Hilfspläne für den Sudan seien derzeit nur zu knapp 17 Prozent finanziert.

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