Finanzspritze für wirtschaftliche Unabhängigkeit
Nachdem die Frauen genesen sind, ermittelt Plan den langfristigen Rehabilitationsbedarf – ganz individuell und an die örtlichen Gegebenheiten angepasst. Mariétou erzählt: „Nach meiner Genesung haben die Projektmitarbeitenden mit mir besprochen, was ich in Zukunft benötigen würde. Sie fragten mich, welche Art von Tätigkeit ich gerne ausüben würde.“
Ihr Traum war es, Kosmetika zu verkaufen. Dafür erhielt sie von Plan eine Existenzgründungshilfe von 300 Euro. Diese Finanzspritze ermöglicht Frauen den Berufseinstieg und die wirtschaftliche Unabhängigkeit – was auch der sozialen Stigmatisierung entgegenwirkt, die sie durch die Folgen der Beschneidung erfahren können; etwa, wenn sie aufgrund von chronischen Schmerzen zuhause bleiben. Einige Frauen engagieren sich später sogar selbst in ihren Gemeinden gegen FGM/C.
Mariétou hat das Geld gut genutzt. „Ich habe mit dem Betrag Kosmetikprodukte gekauft und angefangen, sie zu verkaufen“, erzählt sie stolz. „Mein erster Verkauf war ein Erfolg. Es gelang mir, alle meine Waren zu verkaufen und einen Umsatz von 375 Euro zu erzielen. Diesen Betrag habe ich dann wieder investiert, um weitere Artikel zu kaufen.“
Heute ist Mariétou finanziell unabhängig, kann sich und ihre Kinder ernähren und sogar ihrem Mann dabei helfen, die Ausgaben der Familie im Blick zu behalten. „Ich bin sehr dankbar, dass ich durch die Behandlung eine Chance bekommen habe, mein Leben neu zu ordnen. Ich hoffe, dass auch andere bedürftige Frauen noch von der Arbeit von Plan International profitieren können.“