In Südafrika sind Tausende zu Demonstrationen gegen illegale Einwanderung zusammengeströmt. Die Polizei war am Dienstag in Alarmbereitschaft und hat Beamte in die Orte gesandt, an denen Ausschreitungen gegen Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus befürchtet wurden. Gleichzeitig verließen Tausende Einwanderer das Land in Richtung Simbabwe.
In Johannesburg zogen junge Männer mit traditionellen Kampfstöcken und Frauen jeden Alters durch die Innenstadt. Einige trugen die südafrikanische Flagge, andere Plakate mit Slogans wie „Südafrika soll aus der UN-Flüchtlingskonvention austreten“, „Die Zukunft unserer Kinder“ und „80 Prozent der in der Provinz Limpopo geborenen Kinder stammen von Ausländern“.
Südafrika droht Eskalation
Einwanderungsfeindliche Gruppen hatten den Dienstag als Frist genannt, bis zu der Menschen, die illegal in Südafrika leben, das Land verlassen sollten. Außerdem solle die Regierung Schritte unternehmen, um die illegale Einwanderung in den Griff zu bekommen. Geschehe dies nicht, werde das ganze Land lahmgelegt, drohten sie.
„Heute ist der letzte Tag“, sagte der Demonstrant Nkele Thebe in Johannesburg. „Danach werden wir uns mit unserem Präsidenten und unserer Nation auseinandersetzen.“ Der Demonstrant Bongani Cindi sagte: „Wir haben einen Zustrom illegaler Einwanderer, die Verbrechen begehen, die wir einfach nicht mehr hinnehmen können.“ Gruppen, die dieses berechtigte Anliegen zur Sprache brächten, seien nicht fremdenfeindlich.
Ramaphosa warnt vor Instrumentalisierung
Präsident Cyril Ramaphosa sagte am Montagabend, die Kundgebungen seien vom Demonstrationsrecht geschützt, müssten aber friedlich bleiben. Einige Protestgruppen instrumentalisierten das Thema für ihre politischen Ziele. „Illegale Einwanderung ist nicht die Ursache unserer sozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten“, sagte Ramaphosa.
Viele afrikanische Einwanderer berichten von Angriffen auf Ausländer in Südafrika. Länder wie Malawi, Nigeria, Ghana und Simbabwe haben mit der Rückführung von Staatsangehörigen begonnen.