Engagement in Niger

Die humanitäre Lage in Niger bleibt besorgniserregend. Besonders stark betroffen sind dabei die Regionen Diffa und Tillabéri. Oftmals fehlt es den Familien an den notwendigen Mitteln, um alle Angehörigen ausreichend zu versorgen – geschweige denn, die Schulgebühren für ihre Kinder aufzubringen und ihnen durch Bildung bessere Zukunftsaussichten zu ermöglichen. In Niger ist Armut ein Hauptgrund für die frühe Verheiratung von Mädchen. Durch eine Heirat erhoffen sich viele Familien eine Verbesserung ihrer Lebenssituation, für ihre Töchter und auch für sich selbst. In einigen westafrikanischen Ländern übergibt der Bräutigam einen Geldbetrag, oder andere wertvolle Güter wie Vieh oder Land, an die Familie der Braut. Zusätzlich spielen tief verwurzelte Traditionen eine wesentliche Rolle bei der Praxis von Frühverheiratung.

Seit über 20 Jahren ist Plan International in Niger aktiv. Im Jahr 2023 wurden mehr als 25.600 Patenkindern und deren Familien erreicht. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf der kindorientierten Gemeindeentwicklung – das bedeutet Mädchen und Jungen, ihre Familien, lokale Gruppen und Initiativen, sowie Mitglieder der lokalen Regierung sind an der Planung und Durchführung von Programmen und Projekten beteiligt, um ihre eigene Entwicklung voranzubringen.

Bei der Projektarbeit in Niger nehmen mehrere Schwerpunkte eine wesentliche Rolle ein: Neben der Förderung von Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten sowie der gesundheitlichen Unterstützung, etwa durch Impfaktionen, Maßnahmen gegen Mangelernährung und die Vermittlung grundlegender Gesundheitskenntnisse, engagieren sich die Projektbeteiligten intensiv gegen Kinderehen. Dafür arbeitet Plan International gezielt mit religiösen Führungspersonen und Gemeindeverantwortlichen zusammen, um die Aufklärung über gesundheitliche und soziale Risiken dieser Praxis für alle zugänglich zu machen.

Der Artikel wurde mit Material aus dem nigrischen Plan-Büro erstellt.