Nico Elvedi darf sich mit der Schweizer Nationalmannschaft nach dem 2:0-Sieg gegen Algerien über den Einzug ins Achtelfinale freuen. Neben Giovanni Reyna und Joe Scally (beide USA) ist Elvedi damit der einzige Profi von Borussia Mönchengladbach, für den das WM-Abenteuer weitergeht.
Für die Schweiz war der Sieg gegen Algerien gar historisch: Erstmals seit 1938 gelang ein Sieg in einem K.o.-Spiel der WM. Granit Xhaka, einer von drei Ex-Borussen aufseiten der Schweiz, kommentierte den Auftritt seines Teams wie folgt: „Reif beschreibt es gut. Die erste Halbzeit war gut, die zweite war sehr gut. Am Ende ist in einem K.o.-Spiel aber nicht wichtig, wie man spielt. Es geht darum, weiterzukommen. Und das ist uns gelungen. Darüber sind wir sehr glücklich.“
Breel Embolo gelang nach einer schönen Einzelaktion samt Vorarbeit des Freiburgers Johan Manzambi bereits in der zehnten Minute die Führung. Für den Profi von Stade Rennes war es beim dritten WM-Turnier das vierte Tor. Bei dieser WM war Embolo bislang zudem in jedem Spiel direkt an einem Treffer beteiligt.
Nach der Führung bestimmten die Eidgenossen nach einem etwas auffälligeren Start der Algerier das Spielgeschehen mehr und mehr. Die Vorentscheidung mit dem 2:0 gelang Dan Ndoye zu Beginn der zweiten Halbzeit in der ersten Minute nach Wiederanpfiff. Großen Anteil am Tor hatte Denis Zakaria, der ebenso wie Ndoye von „Nati“-Coach Murat Yakin neu in die Startelf berufen worden war.
Zakaria eroberte vor dem Treffer den Ball im gegnerischen Sechzehner. Als Rechtsverteidiger überzeugte der Ex-Gladbacher nach zwei Spielen Pause erneut. Das Portal „Bluewin“ urteilte zu Zakarias Leistung: „Viele Rushes nach vorne und eine super Balleroberung im gegnerischen Strafraum (46.), die zum 2:0 führt. Hinten kurz darauf der „Big Save“ bei einem Mahrez-Schuss. Dann marschiert er die Linie rauf und runter. Der beste Schweizer.“ Auf drei gewonnene Tackles, vier abgefangene Bälle, eine klärende Aktion und zwei geblockte Schüsse kam Zakaria unter dem Strich.
Elvedi zeigt sich hinten „brutal abgeklärt“
Zu Elvedi, der jeden seiner vier Zweikämpfe für sich entschied, hieß es: „Hinten brutal abgeklärt, robust und gedankenschnell. Der Gladbach-Verteidiger ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen, auch nicht durch dribbelwütige Algerier.“ Auch Kapitän Xhaka zeigte sich beeindruckt von der Defensive. „Wir haben in den ersten drei Spielen immer ein Gegentor bekommen. Heute war das sehr stark. Im Kollektiv haben wir diese Klasse in den letzten Jahren immer wieder gezeigt“, sagte er.
Am Dienstagabend spielt die Schweiz zum dritten Mal hintereinander im kanadischen Vancouver. Der Gegner wird in der Nacht von Freitag auf Samstag (Anpfiff 3.30 Uhr MESZ) zwischen Kolumbien und Ghana ermittelt. „Fußball ist kein Wunschkonzert. Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir jeden Gegner schlagen. Jetzt schauen wir in aller Ruhe, wer der Gegner wird“, sagte Xhaka.
Während das Turnier für den ehemaligen Gladbacher Ramy Bensebaini und Algerien nun beendet ist, dürften Elvedi und Embolo am Dienstag erneut zur Startelf gehören. Ob Zakaria einsatzfähig ist, bleibt abzuwarten. Der 29-Jährige musste mit Problemen am hinteren Oberschenkel kurz vor Schluss ausgewechselt werden – nachdem der eigentliche Mittelfeldspieler unter Beweis gestellt hatte, wie sehr er seiner Mannschaft als Rechtsverteidiger helfen kann.