„Football’s coming home again – with Tommy Tuchel“, hallte es rund um das Atlanta Stadium, als Zehntausende Fans nach dem 2:1-Sieg Englands gegen die DR Kongo in die Hitze Georgias strömten. Doch der so ausgelassene Jubel-Schein ist trügerisch.

Die Stimmung war ausgelassen. Alle waren glücklich. England hatte gewonnen, DR Kongo nach langem Rückstand doch noch mit 2:1 bezwungen. Nur noch vier Siege ist das Mutterland des Fußballs davon entfernt, 60 Jahre des Leidens zu beenden und den lang ersehnten zweiten Weltmeistertitel zu gewinnen.

Soweit der angenehme Teil. Doch denkt man noch einmal genauund vor allem objektiv über die bisherigen Auftritte der Three Lions in Nordamerika nach, taucht ein großes Problem auf, das England am WM-Titel hindern könnte: In 18 Monaten unter dem deutschen Trainer Thomas Tuchel hat sich bezüglich der Unkenrufe, die dessen Vorgänger Gareth Southgate so häufig begleiteten, nichts Wesentliches verändert.

Der Sieg gegen DR Kongo sorgte zwar für Freude, lieferte aber auch neue Gründe zur Sorge. Das englische Sechzehntelfinale bei der WM 2026 erinnerte stark an ein typisches 0:0-Spiel unter Sir Gareth Southgate: England spielte nicht gut und war auf Einzelaktionen seiner Stars angewiesen. Wenn Tuchel die Lösung sein sollte, bleibt unklar, wo echte Fortschritte herkommen sollen. Der Trainer ist zwar ein Anderer, doch die Mannschaft wirkt auf dem Platz fast unverändert.