In Benin soll eine Gruppe von Militärs derzeit versuchen, Präsident Patrice Talon zu stürzen. Im Staatsfernsehen teilten sie mit, dass
Talon „vom Amt des Präsidenten der Republik entfernt“ worden sei. Offizielle
Informationen vonseiten Talons gibt es bisher nicht. Der Außenminister des Landes, Olushegun Adjadi Bakari, bestätigte einen Putschversuch, sagte jedoch, die Situation sei unter Kontrolle.
Die Gruppe von Militärs bezeichnete sich selbst als
„Militärkomitee für die Neugründung (CMR)“. Dieses sei „am
Sonntag zusammengetreten und hat Folgendes beschlossen: Herr Patrice Talon wird
seines Amtes als Präsident der Republik enthoben“. Die französische
Botschaft in dem westafrikanischen Land teilte mit, dass nahe dem Amtssitz des Staatschefs Berichten zufolge Schüsse zu hören gewesen seien.
Außenminister Bakari sagte der
Nachrichtenagentur Reuters, der Versuch eines Militärputsches sei im
Gange. Große Teile der Armee und die Nationalgarde seien dem Präsdienten loyal.
Die Gruppe habe das TV-Signal im Land für kurze Zeit gekappt. Auch die Nachrichtenagentur
AFP erfuhr aus dem Präsidenten nahestehenden Kreisen, dass Talon in
Sicherheit sei und ihm ergebene Teile der Armee dabei seien, „die
Kontrolle zurückzugewinnen“.
„Der Präsident und seine Familie sind sicher“
AFP zitiert aus Präsidentenkreisen, bei den rebellierenden
Militärs handele es sich „um eine kleine Gruppe von Menschen, die nur
Zugang zum Fernsehen haben“. Die regulären Streitkräfte würden die Kontrolle zurückgewinnen. „Die Stadt und das
Land sind vollkommen sicher. Auch der Präsident und seine Familie sind
sicher.“
Sowohl die Afrikanische Union als auch die Westafrikanische
Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas teilten mit, sie verurteilten den versuchten Umsturz
aufs Schärfste. Ecowas kündigte zudem an, die Regierung darin zu unterstützen, wieder Ordnung
herzustellen.
© Lea Dohle
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Die Bekanntmachung der Gruppe kommt wenige Monate vor der Präsidentschaftswahl
im April. Talon hatte bekannt gegeben, nicht erneut kandidieren zu wollen, er
ist seit 2016 an der Macht. Die Regierungspartei nominierte Finanzminister Romuald
Wadagni als Nachfolger.
Erst im vergangenen Monat hatte in Guinea-Bissau das Militär
die Macht übernommen. Es war der neunte Putsch in West- und
Zentralafrika seit 2020.