Er hat die Weltpolitik mit auf den WM-Rasen gebracht – doch mit dem Gegenwind, den das auslöste, kommt er offenbar nicht klar. Ägypten-Trainer Hossam Hassan (59) hatte während der Weltmeisterschaft immer wieder unaufgefordert den Nahost-Konflikt auf Pressekonferenzen thematisiert und sich dabei klar auf die Seite der Palästinenser gestellt. Nach dem Erfolg in der ersten K.o.-Runde gegen Australien (4:2 n.E.) bejubelte er den Einzug sogar mit einer Palästinenser-Flagge auf dem Rasen.
Die Quittung folgte nun, nach dem Achtelfinal-Aus gegen Argentinien (2:3) am Dienstag in Atlanta. Die argentinischen Fans feierten dort ihren Erfolg – unter anderem mit einer Israel-Fahne, die in der Nähe des Spielertunnels auftauchte.
Wie Hassan darauf reagierte? Fernsehbilder zeigen ihn, wie er offenbar Richtung der argentinischen Fans brüllt und dabei auf das Ägypten-Wappen auf seiner Brust deutet. Anschließend spuckt er aus – in der arabischen Welt ein deutliches Zeichen der Verachtung. Als ein Fotograf die Situation ablichtet, geht Hassan ihn aggressiv an und muss von einem Betreuer weggezogen werden.
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Auch sein Zwillingsbruder Ibrahim, Teammanager der Ägypter, gerät mit den argentinischen Anhängern aneinander – schreiend und wild gestikulierend Richtung Fanblock.
Die argentinischen Fans stehen mehrheitlich Israel nahe, ganz anders als die ägyptischen Anhänger.
Dabei herrscht zwischen Ägypten und Israel offiziell Frieden. 1978 schloss Ägypten als erstes arabisches Land ein Friedensabkommen mit dem Judenstaat. Der damalige Staatschef Anwar as-Sadat bezahlte dafür einen hohen Preis: Er wurde später von radikalen Gegnern der Annäherung in seiner Heimat erschossen.
Bis heute lehnt ein großer Teil der ägyptischen Bevölkerung die Normalisierung der Beziehungen zum Nachbarland ab. In Moscheen und Schulen wird vielerorts Judenhass verbreitet. Israel-Reisende müssen mit Konsequenzen rechnen – Berufstätige riskieren etwa den Ausschluss aus ihrer Gewerkschaft.
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Quelle: BILD08.07.2026
Seit Beginn des aktuellen Konflikts am 7. Oktober 2023, als die radikal-islamische Hamas Israel überfiel, hat sich Ägypten offiziell auf die Seite der Palästinenser geschlagen. Geöffnet ist die eigene Grenze zum Gazastreifen deswegen aber nicht – im Gegenteil: Sie zählt zu den am striktesten überwachten Grenzen der gesamten Region.
Beim Public Viewing in Tel Aviv wurde derweil ausgelassen gefeiert, nachdem Argentinien mit 3:2 gewonnen hatte. Für die Fans dort war es süße Genugtuung – auf Kosten des Ägypten-Trainers.