Nationaltrainer Hossam Hassan hielt mit seinem Zorn ebenfalls nicht hinter dem Berg. Auf der anschließenden Pressekonferenz holte der 59-Jährige zu einem verbalen Rundumschlag aus und sprach offen von einer gezielten Benachteiligung seines Teams, das den Titelverteidiger am Rande einer Niederlage hatte. 

„Wir waren besser als der Weltmeister, aber das Ergebnis ist durch interne und externe Faktoren beeinflusst worden“, sagte der Coach frustriert. Hassan gab an, dass man beim Verband bereits vor dem Anpfiff Bedenken wegen der Ansetzung des Unparteiischen angemeldet hatte: „Die Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“ Man habe den Referee im Vorfeld abgelehnt.“

Für den Trainer stand das Resultat in direktem Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Interessen der FIFA. „Ich werde sagen, was ich denke – ganz gleich, welche Konsequenzen das hat. Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel, und die ganze Welt hat das gesehen“, polterte Hassan. 

Im Zentrum des ägyptischen Ärgers stand ein verweigerter Strafstoß in der Nachspielzeit, unmittelbar vor dem entscheidenden 2:3 durch Argentiniens Enzo Fernandez in der 92. Minute. Dem Treffer soll ein Foul an Hamdy Fathy im Strafraum der Südamerikaner vorausgegangen sein. 

„Ein Elfmeter für uns ist nicht einmal vom VAR gecheckt worden“, kritisierte Hassan. Zudem war den Ägyptern bereits in der 58. Spielminute ein Treffer von Mostafa Ziko „aus welchen Gründen auch immer“ aberkannt worden. Hassans Fazit: „Wenn sie unbedingt wollen, dass Argentinien gewinnt, warum lassen sie dann überhaupt alle anderen Mannschaften am Turnier teilnehmen? Sie wollen, dass Messi im Turnier bleibt. Wir hatten den Sieg verdient, aber wir haben keinen Respekt und kein Fair Play erfahren. Das Leben ist unfair, die Welt ist unfair, aber warum gibt es keine Fairness im Fußball, im Sport? Wir sind ungerecht behandelt worden.“