Elf marokkanische Spieler auf dem Feld, in purpurroten Trikots mit einem fünfzackigen grünen Stern auf der Brust. Elf Spieler auf einem rechteckigen Spielfeld im Zentrum des Stadions, umgeben von Zehntausenden von Fans… Das Ganze wird in vielen Ländern der Welt live übertragen. Was könnte das Image einer Nationalmannschaft besser fördern?

Laut der französischen Zeitung Le Point ist die Fußball-Weltmeisterschaft durchgehend das meistgesehene Sportereignis der Welt und übertrifft sogar die Olympischen Spiele. Trotz der Zeitverschiebung (einige Spiele werden gegen 2 oder 3 Uhr nachts übertragen) strömen die Zuschauer in die Stadien, die Fanzonen sind überfüllt und die Einschaltquoten der Sender, die die Übertragungsrechte erworben haben, erreichen Rekordhöhen.

In den vergangenen vier Jahren hat Marokko seine ambitionierten Ziele stets erreicht: das Erreichen des Halbfinals der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, die Ausrichtung und der Gewinn des Afrika-Cups Ende 2025 sowie das Erreichen des Viertelfinals der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, wo man heute Morgen (10. Juli) mit 0:2 gegen Frankreich unterlag. Dieses Ergebnis ähnelt dem des WM-Halbfinals vor vier Jahren. Bei der Weltmeisterschaft 2022, die erstmals in einem arabischen Land stattfand, reiste Marokko mit einer arabisch-islamischen Mannschaft nach Katar und erreichte das Halbfinale. Dieses Ergebnis beeindruckte die Fußballfans und unterstrich die Eleganz und das Können der marokkanischen Mannschaft, die weltweit Anerkennung fand. Im Halbfinale unterlag Marokko Frankreich mit 0:2 und beendete damit den Traum der „Löwen“ (Marokkos Spitzname) von Katar.

Bei der Weltmeisterschaft 2026 war Marokko, nachdem es im ersten Spiel gegen Brasilien (1:1) einen starken Eindruck hinterlassen und anschließend Schottland, Haiti, die Niederlande und Kanada nacheinander besiegt hatte, der einzige Vertreter von 22 arabischen Ländern, 54 afrikanischen Ländern und muslimischen Ländern, der das Achtelfinale erreichte.

In den europäischen Hauptstädten löste Marokkos Sieg ab 5:30 Uhr morgens ausgelassene Feierlichkeiten aus. In Brüssel (Belgien), Paris (Frankreich) und Palermo (Italien) ertönten Autohupen… Marokkanische Gemeinschaften im Ausland sowie Einwanderer der zweiten und dritten Generation gingen auf die Straßen, um die marokkanische Mannschaft anzufeuern.

Obwohl Außenseiterteams oft die Herzen der Fans erobern, die sich nach etwas Neuem sehnen, hat Marokko vier Jahre nach der Weltmeisterschaft in Katar seinen Status verändert. Sie gelten nun als ernstzunehmende Größe, eine Nation, die sich in Zukunft zu einer Fußballmacht entwickeln könnte. Das afrikanische Land peilt nun die Weltmeisterschaft 2030 an – ein Turnier, das von Spanien, Portugal und Marokko gemeinsam ausgerichtet wird.

Während die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ihrem Ende entgegengeht, haben die Bauarbeiten an Block 6 des Casablanca-Stadions begonnen. Dieser umfasst 42 Rolltreppen, Aufzüge und Fahrsteige. Die Zahlen sind beeindruckend: Das Stadion, das die Form einer Wüstenrose hat, wird 115.000 Zuschauern Platz bieten und ein Budget von 5 Milliarden Dirham (ca. 470 Millionen Euro) erfordern. Insgesamt werden bis zur Weltmeisterschaft 2030 sechs Stadien neu gebaut oder modernisiert.

Obwohl die für das größte Fußballturnier der Welt bereitgestellten Mittel weiterhin umstritten sind, können sie Marokkos Ambitionen für zukünftige Weltmeisterschaften nicht gefährden. Trotz der heutigen Viertelfinalniederlage gegen Frankreich hegen die „Löwen“ daher weiterhin den Ehrgeiz, bei der Weltmeisterschaft 2030 zu einer Fußballmacht aufzusteigen.

Quelle: https://www.qdnd.vn/the-thao/worldcup-2026/morocco-nhan-to-quan-trong-cua-bong-da-chau-phi-va-the-gioi-1048545