Seit dem Beginn des Jahres 2025 haben mindestens eine Million Frauen und Mädchen den Zugang zu essenziellen humanitären Dienstleistungen verloren. Dies geht aus dem Bericht „Beyond the Breaking Point“ hervor, den die Organisation UN Women veröffentlicht hat. Die UN-Sonderorganisation weist auf die Gefahr eines Zusammenbruchs von Frauenstrukturen in internationalen Krisenregionen hin, die durch deutliche Reduzierungen der internationalen Finanzierung verursacht wird.
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Mario Galgano – Vatikanstadt
Nach Angaben von UN-Women sind derzeit weltweit etwa 120 Millionen Frauen und Mädchen auf humanitäre Unterstützung und Schutzmaßnahmen angewiesen. Lokale Organisationen, die in Gebieten wie Afghanistan, der Demokratischen Republik Kongo oder Haiti tätig sind, müssen ihre Dienstleistungen einschränken oder einstellen, obwohl der Bedarf in diesen Regionen hoch ist.
Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von 855 Organisationen in 52 von Konflikten und Krisen betroffenen Staaten. Nahezu neun von zehn der befragten Institutionen können dem gestiegenen Hilfebedarf nicht mehr gerecht werden. Einen Zuwachs der Nachfrage verzeichnen 84 Prozent der Organisationen, während 63 Prozent ihre Maßnahmen in abgelegenen Gebieten reduzieren mussten. Zudem berichten 86 Prozent der Einrichtungen von einer Zunahme geschlechtsspezifischer Gewalt, während 62 Prozent die Schließung oder Verkleinerung von Schutzräumen für Frauen melden. Um die Kernleistungen aufrechterhalten zu können, arbeiten fast zwei Drittel des Personals ohne Entlohnung, und nahezu die Hälfte der Organisationen verweist auf eine starke Überlastung der Beschäftigten.
Sofia Calltorp, die Leiterin des Bereichs Humanitäre Aktion bei UN-Women, kommentierte die Lage mit den Worten, dass „jeder Dollar, der Frauenorganisationen entzogen wird, ein Dollar ist, der den Überlebenden von Gewalt, den vertriebenen Müttern und den Mädchen, die die Schule abbrechen müssen, entzogen wird“. Sie forderte ein verstärktes Engagement der Staatengemeinschaft zur Absicherung dieser Organisationen, die eine tragende Rolle bei der Versorgung, dem Schutz der Rechte und der Friedenssicherung einnehmen.
(sir)