Die außergewöhnliche Krise im Sudan erfordere „mehr als nur unsere Aufmerksamkeit, sie erfordert Handeln. Denn die Situation im Sudan wird in Zukunft weitaus schwieriger sein“, sagte Wadephul. Russlands andauernder Krieg gegen die Ukraine und der Krieg im Nahen Osten verschärften die Krise für die Menschen im Sudan und in der Region, „die bereits unter unerträglichen Bedingungen leben“, sagte Wadephul.
Der stellvertretende Leiter des Welternährungsprogramms WFP, Carl Skau, der direkt aus der sudanesischen Krisenregion Darfur nach Berlin gekommen war, sprach von einem Versagen der internationalen Gemeinschaft. „Sie hat dabei versagt, den Ausbruch dieses schrecklichen Kriegs zu verhindern, und sie hat beim Schutz der Zivilbevölkerung, der Frauen und Kinder, versagt.“
Humanitäre Organisationen seien in der Lage, Leid zu lindern – doch die Helfer müssten in der Lage sein, sicher und ungehindert zu arbeiten. Zudem werde mehr Geld zur Finanzierung der Hilfe benötigt. „Derzeit kann sich das WFP nicht einmal volle Rationen in Gebieten leisten, in denen Hunger herrscht.“
Der Bürgerkrieg im drittgrößten Land Afrikas begann vor genau drei Jahren – am 15. April 2023. Seitdem kämpfen die Regierungsarmee SAF von De-facto-Machthaber Abdel-Fattah al-Burhan und die Miliz RSF unter Mohamed Hamdan Daglo um die Vorherrschaft im Land. Einst hatten sich die beiden gemeinsam an die Macht geputscht – Daglo war al-Burhans Stellvertreter.
Der Vorsitzende der Kommission der Regionalorganisation Afrikanische Union (AU), Mahmoud Ali Youssouf, sagte: „Die sudanesischen Akteure zerstören ihr Land. Sie verlieren ganze Generationen von Sudanesen.“
Der Berater der US-Regierung für die afrikanischen und arabischen Länder, Massad Boulos, forderte wie der UN-Sondergesandte für den Sudan, Pekka Haavisto, eine sofortige humanitäre Waffenruhe. Diese solle ohne Vorbedingungen sofort akzeptiert werden, damit man an einem politischen Übergang arbeiten könne, sagte Boulos.