Prigoschin-Sohn soll Gruppe anführen

Wagner-Söldner betreiben Drogenimperium in Afrika

Aktualisiert am 14.07.2026 – 08:15 UhrLesedauer: 2 Min.

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Kämpfer der Gruppe Wagner in Bachmut (Archivbild): Ehemalige Mitglieder der Gruppe sind inzwischen vor allem in Afrika aktiv. (Quelle: Concord Group Press Office/TASS/imago-images-bilder)

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Ehemalige Wagner-Söldner sollen in der Zentralafrikanischen Republik den Handel mit hoch dosiertem Tramadol kontrollieren. Die Lieferungen kommen vor allem aus Indien.

Mehrere Hundert ehemalige Angehörige der russischen Söldnergruppe Wagner haben sich nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ in der Zentralafrikanischen Republik eine neue Einnahmequelle erschlossen. Demnach kontrollieren sie weite Teile des Handels mit hoch dosiertem Tramadol, einem verschreibungspflichtigen Schmerzmittel, das in hohen Dosen abhängig machen kann.

Nach Angaben der Zeitung stützt sich die Recherche auf Aussagen von Wissenschaftlern, Händlern und einem früheren Wagner-Vertrauten sowie auf Untersuchungen der Organisation Global Initiative Against Transnational Organized Crime. Demnach dient der Schmuggel des Medikaments inzwischen als zusätzliche Finanzierungsquelle neben dem Goldgeschäft der Gruppe.

Das Tramadol gelange überwiegend aus Indien über die Demokratische Republik Kongo in die Zentralafrikanische Republik. Dort werde es weiterverkauft und in Nachbarländer geschmuggelt. Händler berichten laut „Wall Street Journal“, dass sich der Wert einer Lieferung auf dem Weg nach Kamerun nahezu verdreifachen könne.

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Pawel Prigoschin an der Spitze der Gruppe

Forscher beobachten nach eigenen Angaben, dass das Schmerzmittel in der Region nicht nur von Zivilisten missbräuchlich konsumiert wird. Auch Minenarbeiter und bewaffnete Gruppen nähmen hochdosierte Tabletten ein.

Pawel Prigoschin (l.): Er soll Nachfolger seines Vaters Jewgeni sein.Vergrößern des BildesPawel Prigoschin (l.): Er soll Nachfolger seines Vaters Jewgeni sein. (Quelle: Screenshot7Twitter@clashreport)

Nach Darstellung des Berichts sind Teile der früheren Wagner-Strukturen trotz der stärkeren Kontrolle Moskaus über die russischen Aktivitäten in Afrika weiterhin eigenständig aktiv. Angeführt werde die Gruppe in der Zentralafrikanischen Republik demnach von Pawel Prigoschin, dem Sohn des 2023 ums Leben gekommenen Wagner-Gründers Jewgeni Prigoschin.

Die Wagner-Gruppe war 2018 auf Einladung von Präsident Faustin-Archange Touadéra in die Zentralafrikanische Republik gekommen und unterstützte die Regierung im Kampf gegen Rebellengruppen. Im Gegenzug erhielt sie Zugang zu Rohstoffprojekten, darunter Goldminen. Nach Einschätzung mehrerer Thinktanks verfügt sie dort weiterhin über erheblichen politischen und wirtschaftlichen Einfluss.