Der Ausbruch des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo ist offenbar deutlich umfangreicher als bisher angenommen. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnte die tatsächliche Zahl der Infizierten zwei- bis viermal höher sein als die bislang offiziell erfassten Fälle. Das sagte WHO-Nothilfedirektor Chikwe Ihekweazu nach seiner Rückkehr aus dem Gebiet.

Bislang wurden mehr als 1.900 Ebola-Fälle durch Labortests bestätigt. Mehr als 700 Menschen sind infolge der Infektion gestorben.

Besonders herausfordernd sei, dass die meisten Todesfälle in Familien und nicht in Behandlungszentren auftreten. Angehörige, die Erkrankte ohne ausreichende Schutzmaßnahmen pflegen, könnten sich leicht mit dem Virus anstecken. Zudem standen vier von fünf neu Infizierten nicht auf der Liste der Kontaktpersonen bereits bekannter Ebola-Fälle. Das deutet darauf hin, dass es zahlreiche bislang unentdeckte Infektionsketten gibt.

Kapazitäten in Behandlungszentren werden ausgebaut

Die Regierung des Kongo und die WHO arbeiten nach Angaben Ihekweazus mit Hochdruck daran, die Bevölkerung über Ebola aufzuklären und Vorbehalte gegenüber einer Behandlung in Kliniken abzubauen. In spezialisierten Behandlungszentren seien die Überlebenschancen deutlich höher. Gleichzeitig könnten dort Infektionsketten wirksamer unterbrochen werden.

Derzeit stehen nach Angaben der WHO fast 800 Betten in spezialisierten Behandlungszentren sowie 14 Labore zur Verfügung, die Proben schnell auswerten können. Diese Kapazitäten würden weiter ausgebaut. Allerdings hat die WHO bislang erst rund 40 Prozent der 115 Millionen US-Dollar erhalten, die sie für die ersten sechs Monate des Einsatzes veranschlagt hatte. Deshalb sei das Land dringend auf weitere internationale Unterstützung angewiesen.

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