Die EU verschärft wegen des blutigen Bürgerkriegs im Sudan die Sanktionspolitik und hat ein Gold-Embargo sowie Exportbeschränkungen für Abbaumaterialien verhängt. Nach Angaben des Rates der
Mitgliedstaaten soll der Handel mit sudanesischem Gold sowie die Lieferung von Quecksilber und Zyanid, die bei der Goldgewinnung weit verbreitet sind, untersagt werden. Ergänzt werden die Verbote
durch Restriktionen bei damit verbundenen Dienstleistungen – von technischer Unterstützung über Vermittlung bis zu Finanzhilfen. Ziel ist es, Einnahmequellen der Konfliktparteien zu kappen und
damit deren Fähigkeit zur Fortsetzung der Gewalt zu reduzieren. Die Ankündigung fällt vor dem Hintergrund der eskalierenden Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und der RSF-Miliz
sowie wachsender UN-Warnungen vor weiteren Menschenrechtsverbrechen, etwa in El Obeid.

Ökonomisch dürfte das Embargo mehrere Effekte auslösen: Kurzfristig erhöht sich der regulatorische Aufwand für Importeure, Raffinerien und Finanzinstitute, die Lieferketten und Handelsströme neu
prüfen und Sorgfaltspflichten verschärfen müssen. Für den globalen Goldmarkt könnte eine Verringerung sudanesischer Liefermengen preistreibend wirken, insbesondere wenn sie zusätzlich durch
geopolitische Risiken wie Spannungen in der Straße von Hormuz verstärkt wird. Gleichzeitig besteht das Risiko von Umgehungsbewegungen und informellen Handelskanälen, die die Wirksamkeit der
Maßnahme mindern und humanitäre Folgen für lokale Bergbauakteure verschärfen könnten.


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